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Kampfansage an Konkurrenz: BVB-Boss Watzke: "Wir wollen zweitgrößter Verein der Welt werden"

Borussia Dortmund erwartet weiteren sportlichen und wirtschaftlichen Aufschwung. Das machte der Vorstandsvorsitzende Hans-Joachim Watzke jetzt mit starken Worten in Richtung der nationalen und internationalen Gegner deutlich.

BVB Hans-Joachim Watzke

BVB-Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Watzke: "Der Verein war noch nie so gut aufgestellt"

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund sieht in den kommenden Jahren erhebliche Wachstumspotenziale. Nach einem Rekordumsatz im Geschäftsjahr 2015/16 (30.6.) von 376 Millionen Euro erwartet Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke beim Vize-Meister weiteren Aufschwung. Als Umsatztreiber könnten sich die neuen Fernsehverträge, Neureglungen in der Champions League und das Merchandising in Fernost entwickeln.

Von den rund 28 Millionen Euro Gewinn der AG will der BVB 5,5 Millionen Euro ausschütten. Das sind 6 Cent je Aktie. "Wir hätten auch mehr Geld ausschütten können", sagte Watzke. Aber der restliche Gewinn werde wie schon zuletzt für Investitionen benötigt.

BVB: Mit Bayern München an einem Strang gezogen

Allein die TV-Rechte in der Bundesliga sollen ab 2017/18 Einnahmen im mittleren zweistelligen Millionenbereich einbringen. Zudem wurden Rahmenbedingungen für die Uefa-Clubwettbewerbe ab der Saison 2018/19 ausgehandelt, die dem BVB Vorteile bieten können. Die vier Topligen erhalten zukünftig vier feste Startplätze für die Königsklasse.

Auch bei der Geldverteilung profitieren die großen Clubs noch mehr als zuvor. Weit über 100 Millionen Euro können dann die Global Player wie der FC Bayern, Real Madrid oder der FC Barcelona zukünftig pro Saison generieren, was einer Verdoppelung der jetzigen Einnahmen gleichkommt. Bei der Neugestaltung habe der BVB an einem Strang mit Bayern München gezogen, sagte Watzke.

Sportlich sieht der Geschäftsführer die Mannschaft nach dem jüngsten Umbruch auf einem guten Weg. "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir den Höhepunkt dieser Mannschaft noch längst nicht erreicht haben." Als Grund sieht Watzke nach dem Weggang von Leistungsträgern wie Mats Hummels und Ilkay Gündogan den Neuaufbau mit acht jungen Spielern. Die Mannschaft stehe inzwischen auf Platz drei in der Liga habe sich schon nach vier Spieltagen für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert. "Der Verein war noch nie so gut aufgestellt", sagte Watzke.

In der Uefa-Rangliste rangiert Dortmund auf Platz sieben hinter Paris und vor Chelsea. Platz eins belegt Real Madrid vor dem FC Bayern. Nach Mitgliederstärke hat der BVB (144.000) inzwischen Schalke 04 (143.000) überholt und ist die Nummer zwei hinter den Bayern (277.000).

"Die Blauen werden uns nie erreichen"

"Wir sind jetzt der zweitgrößte Verein Deutschlands, wir haben die Blauen abgehängt und die werden uns auch nie wieder erreichen", stichelte Watzke auf der Aktionärsversammlung des BVB gegen den ewigen Rivalen Schalke 04. Anschließend ergänzte er seine Ansage: "Ich habe 2006 gesagt: Wir müssen wieder auf Augenhöhe mit Werder Bremen, dem VfB Stuttgart, dem Hamburger SV und Schalke 04 kommen. Klingt im Nachhinein wie Satire, war aber so. Dafür wurde ich von den Journalisten in Bausch und Bogen geschrieben."

International will Watzke von Rang vier auf zwei vorstoßen. Den FC Barcelona und Benfica Lissabon will er überholen: "Wir sind viertgrößter Verein der Welt, aber das reicht uns nicht. Wir wollen zweitgrößter Verein werden, wir wollen Benfica und Barcelona einholen. Und was wir uns vornehmen, erreichen wir in der Regel auch."

tim / DPA

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