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Editorial: Der ewige Kampf um Palästina

Liebe stern-Leser! Auch seinen Freunden macht es Israel allmählich schwer, Verständnis zu zeigen

Liebe stern-Leser! Auch seinen Freunden macht es Israel allmählich schwer, Verständnis zu zeigen und Solidarität zu üben. Der UN-Sicherheitsrat hatte einstimmig beschlossen, das mögliche Massaker im Palästinenserlager Jenin zu untersuchen. Doch Sharon ließ die Kommission einfach nicht einreisen. Genauso wenig schert sich das Land seit dem Ende des Sechstagekrieges um die Uno-Resolution 242 von 1967, die Israel zum Rückzug aus den besetzten Gebieten auffordert, und andere Entschließungen, die den Abbau jüdischer Siedlungen verlangen. Konsequenzen? Keine. Mit welchem Recht wollen die USA demnächst wieder den Irak angreifen - angeblich, weil Saddam Hussein die UN-Waffeninspektoren nicht ins Land lässt? Trotz der offensichtlichen Völkerrechtsbeugung durch die Israelis fällt es schwer zu beurteilen, wer Recht hat und wer Unrecht in diesem Konflikt. Wem gehört das Heilige Land? Die stern-Redakteure Teja Fiedler und Stefanie Rosenkranz beschreiben in einer sechsteiligen Serie den ewigen Kampf um Palästina von den biblischen Zeiten, als die ersten Menschen am Ostrand des Mittelmeeres sesshaft wurden, über die zionistische Bewegung des 19. Jahrhunderts, die nach dem Holocaust in der Gründung des Staates Israel ihren Sieg errang, bis hin zum andauernden Krieg der Palästinenser und Israelis.

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Wir freuen uns über eine prominente Verstärkung der Redaktion: Hans-Ulrich Jörges, 50, ist seit 1. Mai stellvertretender Chefredakteur des stern und in dieser Eigenschaft Leiter des Hauptstadt-Büros. Er war bis 1992 schon einmal bei uns, ging dann zur „Woche“ und war dort zuletzt Chefredakteur. Nach seinem Weggang wurde das Blatt leider eingestellt. Uli Jörges wird die politische Berichterstattung des stern aus Berlin koordinieren und möglichst jede Woche auch kommentieren. In seiner ersten Hauptstadt-Kolumne fragt er: „Wofür stehst du, Kanzler?“ (Seite 62 in der Printausgabe). Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon von Norwegen besuchen nächste Woche Deutschland. Vorher baten die Hoheiten den stern zum ersten Interview nach ihrer Hochzeit ins Osloer Schloss (Seite 234 in der Printausgabe). Sie wollen ihre Popularität, die in Deutschland fast größer ist als zu Hause, jetzt verstärkt nutzen, um für ein „junges, modernes Norwegen“ zu werben. Das Königreich hat offenbar Sorgen, international aus dem Blickfeld zu geraten: Norwegen ist nicht in der EU und deshalb kaum noch dabei, wenn über die Zukunft Europas gesprochen und entschieden wird. Während seines Aufenthaltes in Hamburg will das Kronprinzenpaar auch die stern-Redaktion besuchen und zuschauen, wie Europas meistgelesenes aktuelles Wochenmagazin produziert wird. Interessante Gäste sind uns immer willkommen – mit und ohne Krone.

Herzlichst Ihr Thomas Osterkorn