Emotionaler Trainer "Es schmerzt mich": Pep Guardiola menschelt mit Weltschmerzanfall

Pep Guardiola kam von der Kritik an seiner Mannschaft auf das Leid der Welt zu sprechen.
Pep Guardiola kam von der Kritik an seiner Mannschaft auf das Leid der Welt zu sprechen:  "Im Moment töten wir uns gegenseitig – und wofür?"
© Fredrik Varfjell / DPA
Überall Krieg, überall Leid: Der große Fußballtrainer Pep Guardiola hat auf einer Pressekonferenz einen Weltschmerzanfall – das ist menschlich, bringt nur leider nichts.

Josep "Pep" Guardiola ist charismatisch und erfolgreich. Der Trainer von Manchester City gehört zu den Größten seines Fachs. Wenn so einer auf einer gewöhnlichen Pressekonferenz wie vor dem Liga-Pokal-Halbfinale gegen Newcastle United plötzlich emotional über all das Leid auf der Welt redet, dann wird das gehört. Das ist erst mal nichts Schlechtes. Guardiola gehört zu den Menschen, die gleichermaßen leidenschaftlich über Kriegstote und Abseitsfallen sprechen können.

Die Bilder sind für uns alle verfügbar 

Das Bindeglied waren die Bilder: Jeder sieht, was auf dem Monitor vor sich geht, wenn sich Schiedsrichter Videosequenzen anschaut. Jeder kann sich sein eigenes Urteil bilden. Und plötzlich war Guardiola beim "Genozid in Palästina", dem Krieg in der Ukraine, dem Krieg in Sudan – alles ist sichtbar auf den Bildern und den Clips, die für uns alle verfügbar sind. 

"Heute können wir es sehen, früher konnten wir es nicht sehen. Es schmerzt mich. Wäre es die andere Seite, würde es mich genauso schmerzen. Der Tod Tausender unschuldiger Menschen schmerzt mich. So einfach ist das." Wenn man über Flüchtlinge spreche, sei es egal, woher oder warum sie flüchten, wenn sie auf dem Meer in Not geraten, müsse man ihnen helfen.

Auch auf den Tod von Renée Goods und Alex Pretti bei ICE-Razzien in Minneapolis kam der Trainer zu sprechen: "Sie wurden getötet", sagte Guardiola: "Sag' mir, wie kann man sich dagegen wehren?"

Pep Guardiola will eine bessere Welt

Guardiola will einfach nur eine bessere Welt. "Im Moment töten wir uns gegenseitig". Es gebe keine perfekte Gesellschaft, überall auf der Welt werden Bilder des Leids produziert. "Es tut mir weh", sagte Guardiola: "Im Moment töten wir uns gegenseitig – und wofür?" Es sei wichtig, darüber zu reden, "ansonsten geht es immer weiter".

Doch was bringt es am Ende, alles Leid dieser Welt in einem Anfall von Weltschmerz in einen Topf zu werfen? Nichts außer einem irgendwie gutem Gefühl. Dass die Dinge manchmal komplizierter sind, zeigte die Kritik des jüdischen Repräsentantenrats von Greater Manchester. Die störten sich zurecht an der Wortwahl "Genozid" im Bezug auf den Gazakrieg. Sie mahnten an, auf die "Wortwahl" zu achten angesichts des grassierenden weltweiten Antisemitismus'. Auch das ist richtig.

Quellen: Guardiolas Pressekonferenz auf Youtube, DPA.

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