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Editorial: Hilfe für Menschen in Not

Liebe stern-Leser!

Wir haben im abgelaufenen Jahr die "stiftung stern" gegründet, um Menschen in Not schnell und gezielt helfen zu können. Den Anstoß dazu gaben Sie, unsere Leser. Denn immer wenn wir über besonders tragische Schicksale berichten, fragen viele von Ihnen: Was können wir tun? Die "stiftung stern" ist ein gemeinnütziger Verein und hat das Ziel, entweder selbst Hilfe zu leisten oder das Geld denjenigen zu geben, die das vor Ort am besten können. Informationen darüber, was am vernünftigsten ist, bringen unsere Reporter von ihren Recherchen mit. Wir werden auch die Opfer des Erdbebens im Indischen Ozean finanziell unterstützen, sobald wir wissen, wo unsere Hilfe am sinnvollsten ist.

Bisher hat die "stiftung stern" rund 12 000 Spenden mit insgesamt 650 000 Euro bekommen. Das Geld wird zum Beispiel für folgende Projekte verwendet: 200 000 Euro bekamen die Eltern der siamesischen Zwillinge Lea und Tabea aus Lemgo. Die Operation zur Trennung, bei der Tabea starb, ist von der Krankenkasse bezahlt worden. Alles andere aber müssen die Eltern Nelly und Peter Block, die monatelang nicht arbeiten konnten, selbst tragen: zum Beispiel den Aufenthalt in den USA für sich, einige Betreuer und die deutschen Ärzte, die ihnen beistanden. Vor allem aber wird Lea wohl noch lange auf spezielle Hilfe angewiesen sein.

Mehr als 70 000 Euro gingen an das Friedensdorf in Oberhausen. Es nimmt Kinder aus Kriegs- und Armutsgebieten auf, die an Leib und Seele verletzt sind und in ihrem Heimatland keine Chance auf Heilung haben. Sie werden in deutschen, österreichischen und niederländischen Kliniken kostenlos operiert, wohnen davor und danach im Friedensdorf und werden heimgeflogen, wenn sie gesund sind. Mehrfach berichteten wir über die grauenvollen Zustände im Sudan. Dort werden Monat für Monat Tausende Menschen von Milizen umgebracht oder sterben an Hunger. Die UN sind hilflos. Drei Organisationen, die dort unter schwierigsten Umständen vorbildliche Arbeit leisten, bekommen von uns Geld: Ärzte ohne Grenzen, Care und die Welthungerhilfe.

In Beslan, wo Terroristen eine Schule überfielen und 330 Menschen starben, unterstützt die "stiftung stern" die Kindernothilfe beim Aufbau eines Traumazentrums. In der afghanischen Stadt Herat, wo sich innerhalb von sechs Monaten 150 Frauen aus Verzweiflung in Brand setzten, arbeiten wir mit der französischen Hilfsorganisation HumaniTerra zusammen und finanzieren Verbände, die schwere Brandwunden elastisch halten und tödliche Infektionen reduzieren.

Die "stiftung stern" unterstützt überdies den dreijährigen Yasin Sancar aus dem Ruhrgebiet, der an der seltenen Krankheit Progerie leidet. Sein kleiner Körper altert im Eiltempo. Da Yasin kaum laufen kann und zur Frühfördergruppe und zum integrierten Kindergarten gefahren werden muss, hat sich die Familie einen gebrauchten Ford Galaxy gekauft. Die noch offenen Raten übernimmt nun die "stiftung stern". Danke an alle Spender.

Herzlichst Ihr
Thomas Osterkorn

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