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Stiftung Stern

Stiftung stern: Armut, Krankheit, Perspektivlosigkeit: Diese Menschen brauchen Ihre Hilfe!

Seit 15 Jahren unterstützt die Stiftung stern mithilfe Ihrer Spenden Menschen in Notlagen. Hier sehen Sie, wem Ihre Zuwendungen im letzten Jahr geholfen haben - und wo weiteres Geld dringend benötigt wird.

Die Stiftung stern unterstützt zahlreiche Initiativen im In- und Ausland - dank Ihrer Spenden

Nothilfe gegen Hunger, Hoffnung für Kranke und Bedürftige, Bildung für eine bessere Zukunft: Die Stiftung stern unterstützt zahlreiche Initiativen im In- und Ausland - dank Ihrer Spenden.

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Thomas Ammann, stellvertretender Chefredakteur stern, Vorsitzender Stiftung stern e.V.

Thomas Ammann, stellvertretender Chefredakteur stern, Vorsitzender Stiftung stern e.V.

im Dezember 2003 wurde die Stiftung stern gegründet, sie besteht jetzt also seit fünfzehn Jahren. Anderthalb Jahrzehnte, in denen wir dank Ihrer großzügigen Unterstützung weltweit Menschen in Not helfen konnten. Bisher fast zwei Millionen Euro gingen an die Initiative "Familien in Not" der wellcome gGmbH, die bedürftigen Familien in Deutschland hilft. Mit 1,4 Millionen Euro wurde das Projekt "Schulen helfen Schulen" gefördert, das nach dem verheerenden Tsunami 2004 in Sri Lanka und Indonesien zerstörte Schulen neu aufgebaut hat. Dank Spenden der stern-Leser konnte außerdem umfangreich Nothilfe für die Erdbebenopfer in Pakistan (2005) und Haiti (2007) geleistet werden.

Und die Arbeit geht weiter, noch immer gibt es viel zu viel Not im In- und Ausland: Im Jahr 2018 konnten wir Projekte im Südsudan, in Syrien und im Jemen unterstützen, in jenen Regionen der Welt also, in denen Kriege herrschen, unter denen vor allem die Zivilbevölkerung leidet. Auch in Bangladesch, in Indonesien und in Lateinamerika konnten wir mehrere Projekte fördern, aber ein Großteil der Spenden ging auch in diesem Jahr an bedürftige Kinder und ihre Familien in Deutschland.

Unser Ansatz hat sich seit Bestehen der Stiftung stern nicht verändert: Wir leisten schnelle, direkte und unbürokratische Hilfe. Unsere Reporterinnen und Reporter berichten uns von interessanten Hilfsprojekten, die sie bei ihrer Arbeit im In- und Ausland kennenlernen. Wir unterstützen ausschließlich Projekte, von denen wir selbst überzeugt sind und für die wir vom stern uns verbürgen können. Größtmögliche Transparenz ist unser Ziel, denn gegenseitiges Vertrauen ist für uns die wichtigste Basis für unsere Arbeit.

In den vergangenen Monaten konnten wir rund 266.000 Euro an Spenden ausschütten, seit Bestehen der Stiftung stern sind es insgesamt 7,9 Millionen. Darauf können wir gemeinsam stolz sein. Denn das alles ist nur möglich, weil Sie uns Ihr Vertrauen schenken. Dafür möchte ich Ihnen im Namen der gesamten Redaktion und aller von uns unterstützten Projekte von Herzen danken.

Herzlichst Ihr Thomas Ammann, Stellvertretender Chefredakteur stern, Vorsitzender Stiftung stern e.V.

P.S.: Hier können Sie ganz einfach spenden! 


Die folgenden Berichte geben Ihnen einen Überblick, wem die Stiftung stern im Jahr 2018 geholfen hat.

Syrien: Leben in Trümmern

In der ehemaligen IS-Hochburg Raqqa kämpfen sich die Bewohner zurück ins Leben.

Kinder in den Straßen der zerstörten Stadt Raqqa

Kinder in den Straßen der zerstörten Stadt Raqqa

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Es gibt in Raqqa schon lange keinen Staat mehr. Das Assad-Regime floh 2013 vor den Bürgern, die für Freiheit demonstrierten, und meldete sich dann in Form von Bomben aus der Luft. Die Terroristen des IS nannten sich zwar Staat und verwalteten die Stadt, verbreiteten aber vor allem Angst und Terror.

Und jetzt? Regiert die Stadt sich selbst, unter den Augen von Kurden und Amerikanern, die sie vom IS befreit haben. Das Regieren ist eher ein Improvisieren. Raqqa sieht aus wie ein Mahnmal. Man kann hier sehen, was nur wenige Jahre Krieg anrichten. Die Häuser sind kaputt, die Menschen sind es auch.

Wenn man heute als Reporter nach Raqqa fährt, fühlt man sich allein, erstens, weil kaum noch andere Journalisten hierherkommen, und zweitens, weil man schon bei der Anreise merkt, wie abgelegen, wie vergessen diese Stadt ist, wie weit weg vom Rest der Welt. Man geht dann durch die zerbombten Straßen und fragt sich: Wer soll das hier wiederaufbauen? Wird es Jahre dauern oder Jahrzehnte? Es ist ein Ort, der schon Schwierigkeiten hat, den Alltag zu bewältigen. Kein Ort, an dem man sein will, wenn man zum Beispiel krank wird und schnell Hilfe braucht.

Seit vergangenem Jahr übernimmt die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen große Teile der Gesundheitsversorgung, weil es sonst kaum jemand tut. Die Mediziner behandeln Kriegswunden, impfen, verteilen Medikamente gegen Durchfall und helfen bei der Bewältigung von Traumata. Wer einen Arzt braucht in Raqqa, geht zu den mobilen Kliniken der Organisation. Patienten in besonders kritischem Zustand werden in die Unfallchirurgie des von Ärzte ohne Grenzen unterstützten Krankenhauses Tal Abyad überwiesen. Zweimal hat der stern in diesem Jahr aus der Stadt berichtet. Dank der Spenden unserer Leser konnten insgesamt 35.000 Euro an Ärzte ohne Grenzen ausbezahlt werden, um die medizinische Versorgung der Menschen sicherzustellen.


Deutschland: Zufluchtsorte für Kinder

Die Arche gibt Kindern und Jugendlichen aus armen Verhältnissen Orientierung fürs Leben.

Der 17-jährige Alfred besucht die Arche regelmäßig

Der 17-jährige Alfred besucht die Arche regelmäßig

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Seit 2005 schon unterstützen stern-Leserinnen und -Leser viele Kinder und Jugendliche, die wie ihre Eltern in Armut leben. Eine Million Euro an Spenden sind seitdem in unterschiedliche Projekte des christlichen Kinder- und Jugendwerks Die Arche geflossen. Allein 40.000 Euro wurden in diesem Jahr für bedürftige Kinder in Leipzig und Osnabrück gespendet.

Weitere 20.000 Euro gingen an das Arche- Projekt Mutmacher in Hamburg. Es hilft jungen Menschen, die ohne Fürsorge wenig Chancen haben, später für sich selbst zu sorgen. "Wir wollen Stärken fördern und Hoffnung vermitteln", sagt Projektleiterin Shabnam Jalali. Mehr als hundert Jugendliche konnten so das Abitur machen oder eine Ausbildung beginnen. "Oft fehlt ihnen jemand, der an ihre Kraft glaubt", sagt Jalali. "Wir tun das. Und sind sehr stolz, dass wir gemeinsam so erfolgreich sind."

Das Projekt startete vor vier Jahren, dank Spendengeldern der Stiftung stern und der Stiftung RTL. Mit knapp 150.000 Euro jährlich werden drei Sozialarbeiter finanziert; sie formulieren mit jedem Jugendlichen einen Plan, was diese aus ihrem Leben machen wollen. Und wie konkrete Hilfe aussehen kann.

"Mutmacher": Til Schweiger und der stern helfen mit vereinten Kräften

"Es tut so gut, wenn da jemand an deiner Seite ist", sagt der angehende Abiturient Alfred Gyimah. Über die Mutmacher wurde er motiviert, seine erste Komposition zu schreiben, und erfuhr vom bundesweiten Musikwettbewerb "Dein Song für eine Welt". Mit seinem Rap über Zusammenhalt und Menschlichkeit gehört der 17-Jährige zu den Gewinnern. Er ist der Älteste von sieben Geschwistern und besucht die Hamburger Arche im Stadtteil Jenfeld, seit er sechs Jahre alt ist. Dort lernte er die Menschen kennen, die sich um ihn kümmern und ihm das Gefühl vermitteln, dass er hier offen über seine Probleme sprechen kann, um dann gemeinsam nach Lösungen zu suchen, auch mit den Eltern und den Lehrern.

Das Projekt Mutmacher wurde von der internationalen Unternehmensberatung Boston Consulting Group auf seine Wirksamkeit hin überprüft: Jeder in dieses Förderprogramm investierte Euro bringe 20 Euro "sozialen Nutzen", so die Berater. Ganz unabhängig von dem Gefühl, Gutes zu tun. Und vor allem: Mut zu machen.


Deutschland: Entlastung und Fürsorge

Hilfe für Familien mit schwer kranken Kindern.

Eva liebt Springen, Hüpfen, Klettern. Niemand sieht ihr an, dass sie schwerstbehindert ist.

Eva liebt Springen, Hüpfen, Klettern. Niemand sieht ihr an, dass sie schwerstbehindert ist.

stern

Die fünfjährige Eva Bornemann kam mit einem unheilbaren Gendefekt zur Welt, dem Undine-Syndrom. Sobald Eva einschläft oder einen Infekt hat, fällt ihr natürlicher Atemreflex aus. Sie muss deshalb rund um die Uhr überwacht und nachts künstlich beatmet werden.

Im Frühjahr 2018 konnte Eva eine Delfintherapie machen, die ihr sehr geholfen hat. Dank Spenden der stern-Leser kann das Mädchen im nächsten Jahr ein weiteres Mal an einer solchen Therapie teilnehmen. Die Reise wird von dem Verein Dolphin Aid für die Familie organisiert.

Auch schwer kranken Kindern in Hamburg wird mit Spenden geholfen: Kinderlotse e. V. berät und begleitet seit mehr als elf Jahren Familien mit ihrem kranken oder behinderten Kind. Für die geplante Tagespflegeeinrichtung sucht der Verein gerade passende Räumlichkeiten, an der Ausstattung beteiligt sich die Stiftung stern.

Christin und Julian Garcia spielen gemeinsam: Er hat einen kleinen Spielzeug-Cowboy versteckt, sie muss ihn finden


Deutschland: Weitere Projekte

Die Spenden helfen, ausgewählte Initiativen auch längerfristig zu fördern.

Ein Kinderbild als Dankeschön

Ein Kinderbild als Dankeschön

stern

Wellcome Spendenfonds - Mit bisher fast zwei Millionen Euro haben stern-Leser seit Ende 2009 bedürftigen Familien in Deutschland geholfen. Die Aktion wird von der Wellcome gGmbH verantwortet. Dank des bundesweiten Netzwerks wird jede Familie nicht nur finanziell gefördert, sondern auch intensiv beraten und begleitet. Vielleicht das Wichtigste: So erfahren die Eltern, dass sie nicht allein sind.

Praxis ohne Grenzen – Die Ambulanz für Unversicherte in Hamburg wird seit 2015 von der Stiftung stern unterstützt. Das Team umfasst 48 ehrenamtlich arbeitende Ärzte, dazu Krankenschwestern, Dolmetscher und eine Sozialberaterin. Zehn Fachbereiche sind vertreten, von Augenheilkunde über Gynäkologie bis Zahnmedizin. Mehr als 5200 Patienten ohne Krankenversicherung wurden 2018 behandelt.


Südsudan: Vorsichtige Hoffnung

Im September wurde im Bürgerkriegsland Frieden geschlossen, doch die Menschen sind noch immer auf Hilfe angewiesen.

Ein Soldat mit seinem unterernährten Sohn

Ein Soldat mit seinem unterernährten Sohn

stern

Er ist der jüngste Staat der Erde – und kommt aus den Kriegen und Krisen kaum heraus. Die Hoffnung war groß gewesen, damals, 2011: Politiker, Aktivisten wie George Clooney, sie alle waren in die Hauptstadt Juba gekommen, um die Geburt des Südsudan zu erleben und das Ende des Bürgerkriegs mit dem Norden. Doch schon kurz darauf brachen erneut Kämpfe aus, nun zwischen den Stämmen des Südens selbst. Einstige Verbündete schickten ihre Truppen aufeinander los, neue Milizen bildeten sich, es kam zu einem Krieg jeder gegen jeden. Das Ergebnis: verwüstete Dörfer, verlassene Felder, verzweifelte Menschen. Im September nun wurde Frieden geschlossen, doch ist unklar, wie stabil er sein wird. Weiterhin sind die Menschen im Südsudan auf Lebensmittelhilfe angewiesen.

Nachdem der stern im Frühjahr 2017 über die Lage im Land berichtet hatte, spendeten Leser 50.000 Euro. Auch in diesem Jahr gingen weitere Spenden ein, und die Stiftung stern konnte nochmals 20.000 Euro an die Welthungerhilfe überweisen. Mit dem Geld werden Lebensmittelzentren finanziert, unter anderem in den Camps der Vereinten Nationen. Allein zwischen Juli und September 2018 erhielten dort über 200.000 Menschen Nahrungsmittelhilfe, fast 30.000 Kinder wurden mit besonderer Aufbaunahrung versorgt.


Italien: Integration

Sant’Egidio hilft Flüchtlingen.

Feldbetten in einer Kirche in Rom

Feldbetten in einer Kirche in Rom

stern

Wer aus seiner Heimat flieht, liefert sich oft aus. Auch jenen, die für viel Geld ein besseres Leben versprechen. Die christliche Laiengemeinschaft Sant’Egidio geht einen anderen Weg: Sie versucht, mit der Schaffung von "Humanitären Korridoren" Flüchtlingen eine Lebensperspektive zu geben, indem sie ihnen nach einer legalen Einreise auch bei der Integration hilft – mit Sprachkursen, der Vermittlung von Arbeit und der Unterstützung beim Schulbesuch. Die Stiftung stern half hier mit Spenden. Das Projekt aus Italien wird bereits in anderen europäischen Ländern umgesetzt.


Jemen: Nothilfe

Der verheerende Krieg trifft vor allem die Zivilbevölkerung.

Eine Frau hält ein unterernährtes Kind in einem Krankenhaus in der Provinz Hadscha

Eine Frau hält ein unterernährtes Kind in einem Krankenhaus in der Provinz Hadscha

DPA

Hunger und Zerstörung als Waffen, Isolation und Propaganda als Politik. Im Jemen kämpfen Saudi-Arabien und der Iran um die Macht, ohne jede Rücksicht auf die Menschen im Land. Nach Schätzungen sind drei Viertel der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Stiftung stern unterstützt mit 15.000 Euro die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in der Stadt Taiz, wo die Helfer jeden Tag Menschenleben retten.


El Salvador: Beistand im Frauenknast

In dem mittelamerikanischen Land ist ein Schwangerschaftsabbruch strafbar – ohne jede Ausnahme.

Teodora (r.) und Alba (unten) mit Julio Monge von der Asociación Tiempos Nuevos Teatro

Teodora (r.) und Alba (unten) mit Julio Monge von der Asociación Tiempos Nuevos Teatro

stern

Der Bericht aus dem Frauengefängnis in El Salvador erschütterte viele stern-Leserinnen und -Leser: Junge Frauen müssen wegen einer vermeintlichen Abtreibung bis zu 30 Jahre in den Knast. Auch wenn sie wahrscheinlich eine Fehlgeburt erlitten haben. Kaum ein Land hat so rigide Abtreibungsgesetze wie El Salvador. Die Asociación Tiempos Nuevos Teatro betreut diese Frauen im Gefängnis und hilft ihnen dann bei der Reintegration.

Die nach elf Jahren vorzeitig freigelassene Teodora etwa wurde von TNT angestellt und betreut nun 25 Leidensgenossinnen. Sie hilft ihnen, hinter Gittern durchzuhalten und die Schule zu abzuschließen. Unter ihnen ist auch Alba, Protagonistin der stern-Reportage und Mutter zweier Töchter, die 2019 nach elf Jahren Haft hoffentlich freikommen wird. Die Stiftung stern unterstützt TNT mit 20.000 Euro.


Südamerika: Zukunftspläne

Zweite Heimat für arme Kinder

Dona Elma umringt von ihren Schützlingen

Dona Elma umringt von ihren Schützlingen

stern

Brasilien - Die Organisation Ser Alzira de Aleluia von Dona Elma ist ein Fixpunkt in Rios Favela "Vidigal". Hier lernen 121 Kinder Englisch, Informatik und Tanz, sie erhalten Nachhilfe, wenn die staatliche Schule wegen Schießereien mal wieder schließen muss, wie der stern kürzlich bei einer Recherche erfuhr. Das Ziel: Kinder aus Armenvierteln zum Abitur und an die Unis zu führen und neue Vorbilder in den Slums zu schaffen.

Für viele Kinder ist Ser Alzira de Aleluia eine zweite Heimat – und eine wichtige Alternative zu den Verlockungen der Straße und der Drogengangs. Leider kämpft die von eigenen Bewohnern betriebene Organisation, die keinerlei staatliche Unterstützung erhält, in der derzeitigen brasilianischen Wirtschaftskrise mit einem starken Spendenrückgang. Die Stiftung stern unterstützt mit 10.000 Euro.

Geförderte Jugendliche aus Sucre, Bolivien

La vida sigue - das Leben geht weiter: geförderte Jugendliche aus Sucre, Bolivien

stern

Bolivien - Das Projekt La vida sigue des Bolivianischen Kinderhilfswerks verfolgt ähnliche Ziele: Jugendlichen eine weiterführende Ausbildung zu ermöglichen. Die Teenager haben alle eines gemeinsam: Sie leben ohne Eltern. Sie stammen aus der armen Peripherie und sind die Ersten in ihren Familien, die überhaupt einen Abschluss schaffen.

2018 wurden zehn Stipendien vergeben, auch dank der Spenden der stern-Leser. Voraussetzung: Die jungen Erwachsenen müssen gute Noten erzielen und nebenbei arbeiten, aber nur so viel, dass sie ihre Ausbildung nicht vernachlässigen.


Bangladesch: Kampf ums Überleben

Gesundheitsversorgung im größten Flüchtlingslager der Welt.

Rohingya in Bangladesch

Es ist eine Großstadt ohne Namen. Eine wuchernde Siedlung im Nichts. Mehr als 900.000 Menschen leben im größten Flüchtlingslager der Welt in Bangladesch. Es sind die Rohingya, Muslime aus dem Nachbarland Myanmar, die von dort fliehen mussten und die nun im Grenzgebiet festsitzen. Sie bauten sich Hütten aus Zeltplanen und Bambusstämmen, sie organisierten ihr provisorisches Dasein, nicht wissend, ob es Wochen oder Monate dauern würde. Mittlerweile harren sie hier seit über einem Jahr aus.

Ärzte ohne Grenzen hat 2000 Mitarbeiter vor Ort, die dafür sorgen, dass die Lage nicht eskaliert. Innerhalb einer Woche impften sie die Bewohner des Lagers gegen Cholera. Sie richteten 18 Krankenstationen ein, in denen jeden Tag Kinder zur Welt kommen. Manchmal können sie nur noch zusehen, wie der Monsunregen die Hütten wegfegt und Menschen unter abrutschenden Hängen sterben. Der stern berichtete mehrmals über die Not der Rohingya, zuletzt in der Reportage "Am Ende", und bat die Leser um Hilfe. Dank der Spenden flossen erneut 20.000 Euro an Ärzte ohne Grenzen, um die Nothilfe in den Rohingya-Lagern zu unterstützen.


Indonesien: Recycling im Paradies

Ein einzigartiges Projekt wird nach vorn katapultiert

Im Kampf gegen Müll: Projektleiter Magga Fira

Im Kampf gegen Müll: Projektleiter Magga Fira

stern

Was habt ihr nur gemacht, dass das Wasser hier so viel sauberer geworden ist?", wird Mareike Huhn neuerdings oft gefragt, wenn Boote von Tauchsafaris bei ihr auf der Insel Banda Neira festmachen. Die Meeresbiologin ist seit fünf Jahren dabei, in ihrer indonesischen Wahlheimat eine Müllabfuhr aufzubauen und die Bevölkerung im Umgang mit Plastikmüll zu schulen.

Seit der stern darüber berichtete und die Leser 20.000 Euro spendeten, ist die junge Deutsche bei ihrer Mammutaufgabe einen großen Schritt vorangekommen. Mit zwölf neu eingestellten Müllsammlern konnte das Projekt auf fast die ganze Insel erweitert werden.

Damit möglichst viel Abfall wiederverwertet wird, unterstützt Huhn außerdem Frauen, die aus Plastikmüll Taschen fertigen. Vor allem ist nun die Finanzierung eines Recyclinghofs gesichert, der die stinkende Müllhalde ersetzen wird. Aus Plastikabfall sollen dann Diesel- und Benzinkraftstoffe entstehen.

Mareike Huhn will das Paradies retten