HOME

Bei Scheidung und Trennung: Was Alleinerziehenden an Unterhalt zusteht

Zuerst das gemeinsame Kind, dann die Mutter - im Gesetz ist klar geregelt, wer wann Anspruch auf Unterhalt hat. Geld vom Ex-Partner für den eigenen Lebensunterhalt gibt es für Alleinerziehende nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen.

Von Joachim Mohr

Minderjährige Kinder stehen in Unterhaltsfragen an erster Stelle

Minderjährige Kinder stehen in Unterhaltsfragen an erster Stelle

Die alleinerziehende Mutter - ob unverheiratet, getrennt oder geschieden - hat zunächst einmal Anspruch auf den Unterhalt, der für die Kinder bestimmt ist und den der Vater des Sohns oder der Tochter für das gemeinsame Kind - oder die Kinder - zu bezahlen hat. Kinder stehen in der Rangfolge an erster, ihre Mutter erst an zweiter Stelle. Das bedeutet: Zuerst muss der Vater für die Kinder bezahlen. Erst dann, wenn noch weiteres Geld aus den laufenden Einnahmen über den "Selbstbehalt" hinaus verfügbar ist, kann auch die alleinerziehende Mutter zum Zuge kommen. Der Selbstbehalt ist der Betrag, den der Vater behalten kann, um sein Leben führen zu können. Gegenüber minderjährigen Kindern beträgt er 900 Euro.

Wenn das Kind volljährig wird

Ab der Volljährigkeit eines Kindes enden die Kindesunterhalt-Zahlungen des Vaters an die alleinerziehende Mutter, denn ab diesem Zeitpunkt müssen sich die Kinder selbst um ihren Unterhalt kümmern. Besuchen sie noch eine Schule und sind noch keine 21 Jahre alt, haben sie mit ihren Unterhaltsansprüchen noch einen Vorrang vor anderen Unterhaltsberechtigten. Danach kommt es sehr auf den Einzelfall an, ob die Kinder überhaupt einen Unterhaltsanspruch geltend machen können.

Oft ist dies nicht der Fall, da minderjährige Kinder - die kleineren Geschwister - und sogar Ehegatten vor den volljährigen Kindern Unterhalt bekommen. Im günstigsten Fall erhalten die volljährigen Kinder - sofern sie noch in einer Ausbildung stehen und daher kein oder kein ausreichendes eigenes Einkommen erzielen - sogenannten Barunterhalt. Grundsätzlich sind beide Elternteile zur Zahlung dieser Geldleistungen verpflichtet, abhängig allerdings von der Höhe ihrer jeweiligen Einkünfte. Zur konkreten Bemessung des Unterhalts dienen die von den Oberlandesgerichten erstellten Tabellen und Leitlinien wie beispielsweise die "Düsseldorfer Tabelle".

Unterhalt nur für Übergangszeit gedacht

Nach der Scheidung erhält eine alleinerziehende Mutter nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen - den sogenannten Unterhaltstatbeständen - Unterhalt vom Ex-Ehegatten, sofern sie nicht selbst in der Lage ist, für den eigenen Lebensunterhalt aufzukommen. Unterhaltstatbestände sind gegeben, wenn die Mutter während der ersten drei Jahre nach der Geburt des Kindes und dann, wenn sie wegen der Betreuung der Kinder keiner (Vollzeit-)Berufstätigkeit nachgehen kann, auf Unterhalt angewiesen ist. Weitere Unterhaltstatbestände sind Krankheit, Berufsausbildung und Alter. Unterhaltstatbestände können nebeneinander bestehen und nacheinander wegfallen oder hinzukommen.

In der Regel erhält eine alleinerziehende Mutter nur für eine Übergangszeit Unterhalt vom Ex-Mann, vorausgesetzt, dieser verdient genügend Geld, um sein eigenes Leben ("Selbstbehalt"), Kindesunterhalt und zuletzt auch den Ehegattenunterhalt zu zahlen. Die heute noch zugestandene Übergangszeit soll der Frau die Möglichkeit bieten, eine eigene Berufstätigkeit aufzunehmen, mit der sie auf eigenen Füßen stehen kann, und den Lebensstandard an die neue Situation anzupassen.

Ein Ehevertrag hilft enorm

Im Einzelfall kann es von Bedeutung sein, was die Partner während der Ehezeit vereinbart hatten, bevor die Ehe in die Brüche ging. Waren sich die Eltern eines oder mehrerer Kinder einig, dass zum Beispiel die Mutter - anstatt zu arbeiten - überwiegend für die Kinderbetreuung zuständig sein soll, dann kann eine solche Vereinbarung die Scheidung überdauern, so dass auch die Mutter langfristig Anspruch auf Unterhalt geltend machen kann. Ohne klipp und klar formulierten Ehevertrag sind solche Vereinbarungen jedoch kaum nachzuweisen. Mit anderen Worten: Die alleinerziehende Mutter kann häufig ihren Anspruch nicht belegen und Unterhalt im Streitfall vor Gericht nicht mit diesem Argument einklagen.

Scheidung möglichst hinauszögern

Solange die Ehepartner getrennt, aber noch nicht geschieden sind, wird das Einkommen der Eltern nach Abzug eines beiderseitigen Erwerbstätigenbonus zusammengezählt, und dann erhalten beide jeweils die Hälfte des Gesamteinkommens - egal, wer wie viel dazu aus eigener Kraft beiträgt. Für minderjährige Kinder muss nicht die alleinerziehende Mutter aufkommen, sondern der andere Elternteil, der seine Verpflichtungen nicht durch Betreuung und Pflege erfüllt.

Verdient die Mutter wenig, der Vater der Kinder viel, sollte sich die Alleinerziehende nicht unbedingt um eine rasche Scheidung bemühen, sondern den Zustand der Trennung so lange wie möglich aufrechterhalten. Der Unterhaltsanspruch für die Trennungszeit ist gesetzlich stärker ausgestaltet, als der Unterhalt für die Zeit nach der Scheidung. Nach der Scheidung reduziert sich der Unterhaltsanspruch in der Regel, bis er - nach der Übergangszeit - meistens komplett erlischt.

Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.