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BERLIN: Das Liebesleben der Kleinringelwürmer in nächtlicher Wissenschaft

Berliner Universitäten nehmen an Langer Nacht der Wissenschaft teil

Berliner Universitäten nehmen an Langer Nacht der Wissenschaft teil

Wer weiß schon, dass ein ausgewogenes Liebesleben der Kleinringelwürmer Indikator für gesunden Boden ist? Wohl eher wenige, aber ab dem 15. September vermutlich einige Berliner mehr. Am 15. 9. bahnt sich nämlich in Berlin eine Premiere an, die erste Lange Nacht der Wissenschaft, an der rund 80 Forschungseinrichtungen teilnehmen werden.

Dieses nächtliche Publikumsereignis steht konzeptionell in der Tradition der Langen Museumsnächte, die den Berlinern bereits seit längerem zwei Mal im Jahr geboten werden und seit Jahren regen Zulauf haben. Nun gibt es erstmalig die so genannte Lange Nacht der Wissenschaft, die im Rahmen des Wissenschaftssommers stattfindet. Veranstalter sind unter anderem der Museumspädagogische Dienst, Wissenschaft im Dialog, die Universitäten und weitere Forschungseinrichtungen.

Das Programm ist vielfältig. Zum ersten Mal können die Berliner von 18.00 bis 2.00 Uhr und für 20 beziehungsweise 12 Mark Einblicke in Labore und Operationssäle, verschiedene Archive und Museen erhalten. Und nicht zuletzt im Großeinsatz: die universitäre Wissenschaft und Forschung.

Die Freie Universität zählt insgesamt 15 Einrichtungen auf, die mit einem vielfältigen Programm den Abend bestreiten wollen. Neben dem Liebesleben der Kleinringelwürmer, das die Ökotoxikolgen näher erläutern werden, stehen je nach Institut sehr unterschiedliche Veranstaltungen auf dem Programm. Bei den Theaterwissenschaftlern bemühen sich Prominente wie Udo Samel, Gesine Danckwart und Jens Roselt um das nächtliche Erlebnis Theater aus der wissenschaftlichen Perspektive. Später werden unter anderem studentische Arbeiten gezeigt. Es nehmen eben auch die Nachwuchswissenschaftler aktiv teil. Die Rechtsmediziner sprechen über ihr »Hobby«: Mord. Alles, was sonst nur über den Fernsehbildschirm flimmert, kann in diesem Zusammenhang bei den Spezialisten einmal hinterfragt werden.

Nicht nur die FU, sondern auch die Humboldt und die Technische Universität lassen ihre wissenschaftlichen Pforten in dieser Nacht geöffnet. Die TU ist mit insgesamt sechs Projekten am Start, die Humboldt Universität mit 13 Veranstaltungsorten. Der Hochschulsport bietet einen Workshop für Tangotänzer und tanzt damit wissenschaftlich etwas aus der Reihe. Ansonsten setzt die HU auf Altbewährtes: Das »Medizinhistorische Museum« war auch bei den meisten Museumsnächten zu besichtigen. Die berühmte Charité öffnet High-Tech-Operationssäle und stellt neueste Methoden vor. Sogar die Hochschule der Künste trägt mit einer Ausstellung zum Thema »Forschung für den Menschen« im Rahmen des »Schaufensters der Wissenschaft« ihren Teil bei. Die Projekte aus den Bereichen Bekleidungs- und Textildesign sowie Industrial Design werden in den Arkaden am Potsdamer Platz gezeigt.

Berliner Wissenschaft, Berliner Universitäten. Am Samstag wird diese Symbiose für die Berliner sichtbar gemacht. Das Programm verspricht einen interessanten Abend und mehr über das Liebesleben der Kleinringelwürmer. (kl)

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