bochum Lehrer als attraktiver Berufswunsch


Ruhr-Universität reformiert die Lehrerausbildung

Ruhr-Universität reformiert die Lehrerausbildung

Höhere Flexibilität, stärkere Durchlässigkeit und breitere Qualifikation - diese Prämissen verfolgt die Ruhr-Universität Bochum (RUB) bei der grundlegenden Erneuerung ihrer Studiengänge für Lehramtskandidaten. Ein entsprechendes Konzept hat das Bochumer Rektorat nun dem Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung vorgelegt.

Ziel dieser Reform ist es, die bislang als starr und nicht mehr zeitgemäß geltenden Studiengänge attraktiver zu gestalten. Potenzielle Lehramtskandidaten sollen die Möglichkeit erhalten, Doppelqualifikationen und spezielle Weiterbildungen bereits während des Studiums erlangen zu können. Letztlich sollen die Berufschancen der Studenten erhöht werden, indem die Ausbildungsbereiche erweitert und flexibler gestaltet werden.

Bachelor/Master-Programm: Verknüpfung von Lehramt mit anderen Berufszielen

Grundlage des Konzeptes ist eine Stufung der Studiengänge in ein Bachelor/Master-Programm. Studenten erwerben nach sechs Semestern einen ersten Abschluss als Bachelor in zwei Fächern und einem frei wählbaren Optionalbereich mit berufsqualifizierenden Angeboten. Darauf aufbauend erfolgt eine Spezialisierung in der stärker wissenschaftlich orientierten Master-Phase. Lehramtskandidaten besuchen in diesem Abschnitt fachdidaktische Studien ihrer beiden Fächer sowie pädagogische und schulpraktische Veranstaltungen. Da in Bochum eine Vielzahl von Studiengängen bereits in entsprechender Form umgewandelt worden sind, können somit Kompatibilität und Vergleichbarkeit des Lehramtes mit anderen Fächern erhöht werden. Auf diese Weise versucht die RUB, eine stärkere Verknüpfung zwischen dem Lehramt und anderen Berufszielen herzustellen. Da die endgültige Berufsentscheidung erst nach dem Bachelor-Abschluss getroffen werden muss, ermöglicht das Konzept auch Quereinsteigern die Option, Lehrer zu werden. Auf der anderen Seite haben potenzielle Lehramtskandidaten die Möglichkeit, während ihres Studiums einen anderen Weg einzuschlagen, ohne dabei eine große Zahl von Semestern umsonst studiert zu haben. Darüber hinaus soll dieses Konzept Lehramtskandidaten, die nach dem Abschluss von Staatsexamen und Referendariat keine Stelle erhalten, die Möglichkeit einräumen, andere qualifizierte Berufe aufgrund ihres Studiums erlangen zu können.

Studenten sehen einen »Schritt in die richtige Richtung«

Kürzlich haben Lehramtsstudenten aus Bonn massiv gegen Planungen des Ministeriums für Schule, Wissenschaft und Forschung in NRW demonstriert. Sie werfen den Politikern vor, eine Konzentration der Ausbildung auf wenige Hochschulen voranzutreiben und die Qualität der Lehre somit zu verringern. Schließungen kleinerer Fächer und extrem starre Studienordnungen führten dazu, dass die wissenschaftliche Ausbildung nicht mehr gewährleistet werden könne. Daher begrüßt man die Bochumer Variante als einen Schritt in die richtige Richtung. Allerdings weisen die Studenten darauf hin, dass die knappen Finanzmittel des Landes für Bildungsausgaben das größte Problem seien. Die Stufung des Studiums sei zwar sinnvoll, dürfe aber nicht dazu führen, dass angehende Lehrer in andere Berufszweige abgeschoben werden können. (sh)


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