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Brasilien Mayla und Sofia: Erste Trans-Zwillinge der Welt

Sofia Albuquerck (l.) und ihre eineiige Zwillingsschwester Mayla Rezende (r.) nach ihrer geschlechtsangleichenden Operation
Sofia Albuquerck (l.) und ihre eineiige Zwillingsschwester Mayla Rezende (r.) nach ihrer geschlechtsangleichenden Operation
© Sofia Albuquerck/Mayla Rezende / AFP
Sie haben ihr gesamtes Leben gemeinsam beschritten: Sofia Albuquerck und Mayla Rezende sind eineiige Zwillinge und fühlten beide, dass sie im falschen Körper geboren wurden. Als erstes Zwillingspaar haben sie sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen.

Die brasilianischen Zwillingsschwestern Mayla und Sofia haben mit ihren jungen 19 Jahren internationale Schlagzeilen gemacht. Als erstes Zwillingspaar der Welt haben sich beide einer Geschlechtsumwandlung unterzogen. Geboren wurden die beiden als Brüder – gefühlt haben sie sich aber schon immer als Mädchen, als Schwestern. Die Operationen wurden am 13. und 14. Februar vom gleichen Arzt vollzogen. Mayla, die Medizin studiert, wird von der britischen Zeitung "The Sun" zitiert: "Wir haben immer alles zusammen gemacht und vor kurzem haben wir uns unseren Traum erfüllt, eine geschlechtsangleichende Operation durchführen zu lassen und damit die ersten Trans-Zwillinge der Welt zu werden." 

"Ich habe mich schon mit drei Jahren als Mädchen identifiziert"

Bis zur Operation verging viel Zeit. Die Zwillinge erzählen "The Sun", dass sie sich schon im jungen Kindesalter als Mädchen identifiziert haben. "Ich bat Gott darum, mich in ein kleines Mädchen zu verwandeln", sagt Mayla. Zum ersten Mal hörten sie von der Möglichkeit, das Geschlecht angleichen zu lassen, als sie zehn Jahre alt waren. Danach wurde es ihr größtes Ziel, die Operation durchführen zu lassen. Das schien in weiter Ferne, denn die Warteliste für geschlechtsangleichende Operationen ist lang. In der Großstadt Blumenau, in der sie leben, bietet nur eine Privatklinik die Operation an. 

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Ihr Opa verkaufte ein Haus, um zu helfen

Vor der Operation wurden die Zwillinge mehrere Jahre lang hormonell behandelt. Um die Eingriffe zu finanzieren, verkaufte ihr Großvater sogar ein Haus. Doch das Warten und die Mühen haben sich gelohnt. Das erste Mal nach der Operation zu Duschen sei für die beiden "magisch" gewesen. Endlich würden sie sich wohl in ihrem Körper fühlen. 

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Noch müssen sie sich von den Operationen erholen. Die verliefen ohne Komplikationen. "Ich bin immer noch dabei, es zu realisieren. Ich fühle mich nicht mehr unwohl, wenn ich liege oder sitze. Es ist wunderbar", so Mayla. In der Schule sei die Situation allerdings nicht so einfach. Während ihre Familie die Schwestern unterstützt, erfahren sie Mobbing von ihren Mitschülern. "Ich habe Angst, dass mich jemand auf der Straße beleidigt oder schlägt", sagt Mayla.  

Mit positivem Blick in die Zukunft

"Unsere Familie hat immer gewusst, dass wir Mädchen sind", sagen die beiden. In der Zukunft möchten sie eigene Familien gründen und Kinder adoptieren. Außerdem möchten sie sich für die Trans-Community stark machen. Für die Zukunft hat Mayla einen besonderen Wunsch: "Mein Ziel ist es jetzt, meinen Abschluss in Medizin zu machen und ein weiteres Haus für meine Großeltern zu kaufen, um ihnen ihre Geste zurückzuzahlen."

Quelle: "The Sun", Instagram

fis

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