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Familiäre Hilfe Wie man als Erwachsener seine Eltern bei finanziellen Sorgen unterstützt

Sohn spricht mit seinen Eltern im Wohnzimmer
Viele betroffene Eltern lehnen die Hilfe ihrer Kinder zunächst ab (Symbolbild)
© Ferrantraite / Getty Images
Manchmal brauchen die eigenen Eltern finanzielle Hilfe. Aber was kann man als erwachsenes Kind tun, wenn Mama und Papa die Hilfe nicht annehmen wollen? Eine Psychologin gibt Tipps.

Eltern sind immer für einen da – die meisten zumindest. Es ist auch gewissermaßen ihre Aufgabe, ihre Kinder großzuziehen und dafür zu sorgen, dass es ihnen gut geht. Und das sollte natürlich unabhängig davon sein, wie die finanzielle Situation der Eltern ist. Für Reichere ist das kein Problem. Eltern mit weniger finanziellem Spielraum sehen sich jedoch oft in der Pflicht, bei sich selbst Abstriche zu machen, damit es den Kindern gutgeht und alle Wünsche erfüllt werden können.

Wenn sich die Situation irgendwann umdreht und die Kinder als junge Erwachsene auf eigenen Beinen stehen, finanziell unabhängig sind und besser dastehen als die Eltern, möchten viele junge Menschen ihren Eltern etwas zurückgeben. Doch diese nehmen die finanzielle Hilfe meist nicht an. Wie man trotzdem helfen kann, verrät eine Psychologin bei "The Lily". 

Was tun, wenn die Eltern Hilfe brauchen

Dr. Andrea Bonior ist klinische Psychologin und unterrichtet an der Georgetown University. Die Mutter von drei Kindern und Medienkommentatorin spricht zu großen und kleinen Publikumsgruppen über Beziehungen, Work-Life-Balance und Motivation. Bei "The Lily" können Leser:innen Fragen und Probleme an die Psychologin schicken, für die sie selbst keine Lösung haben.

Kürzlich befasste sie sich mit dem Problem eines jungen Menschen. Die Eltern der Person sind laut eigener Angaben gerade finanziell in einer schwierigen Situation. Da die Person selbst finanziell jedoch keine Probleme hat, würde sie gern helfen und ihnen einen Scheck überreichen oder deren Miete zahlen – doch das möchten die Eltern nicht.

Tipps von der Expertin

Dr. Bonior kann das klamme Elternpaar gut verstehen und rät, den Wunsch der Eltern zu respektieren. Nur weil die Eltern sich nicht auf die gewünschte Art und Weise helfen ließen, müsste die Fragen stellende Person sich jedoch nicht dem hilflosen Gefühl hingeben, nichts tun zu können. Es gäbe andere Wege, wie Bonior bei "The Lily” schreibt.

Die Psychologin schlägt vor, mit dem Lieblingsabendessen im Gepäck zu den Eltern zu fahren – sollten diese in der Nähe wohnen – oder in Form von Restaurantgutscheinen für das Essen aufzukommen. Auch Gutscheine für Lebensmittel-Lieferservices seien eine gute Möglichkeit, den Eltern etwas Gutes zu tun. 

Abseits des Geldes Unterstützung zeigen

Die Expertin führt noch weitere Möglichkeiten an, die Eltern zu unterstützen: Zuhören, sie zum Lachen bringen, ihnen kleine Aufmunterungen für den Tag schicken. All dies seien kleine, liebevolle Gesten von Kind zu Eltern, die ganz unabhängig von möglichen Gehaltsdifferenzen, Stress abbauen könnten.

Das Gleiche gelte für Freund:innen: Wenn man ihnen die finanziellen Sorgen nicht abnehmen könne, könnte man jedoch die Rechnung fürs gemeinsame Ausgehen bezahlen, unterstützend und zuhörend zur Seite stehen und entspannende Aktivitäten vorschlagen, die kostenfrei sind. 

Auf die kleinen Dinge kommt es an

Ähnliche Erfahrungen teilen junge Erwachsene in einem Interview mit "Vice". Lebensmittel oder Restaurantbesuche bezahlen, sei eine subtilere Unterstützung der Eltern. Eine, die seltener abgelehnt und gern angenommen werden würde.

Den Eltern immer wieder durch kleinere – indirekte – Zahlungen zu helfen, ist demnach der Schlüssel zum Gelingen. Meistens wollen Eltern ihren Kindern nur nicht auf der Tasche liegen und fühlen sich schlecht, größere finanzielle Hilfen anzunehmen. Bei kleineren Beträgen falle dies meist leichter.

Quellen: "The Lily" / "Vice"

eli

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