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Erziehung: Kinder würden sich selbst Benehmen beibringen

Was wäre wenn ...? Wenn Kinder über ihre eigene Erziehung bestimmen könnten, würden viele von ihnen mehr Wert auf gutes Benehmen legen. Auch Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit stehen hoch im Kurs.

Benehmen und Disziplin gehören nicht zu den Stärken der meisten Kinder. Wenn aber Kinder über die eigene Erziehung bestimmen könnten, würde immerhin ein Fünftel sich selbst gutes Benehmen beibringen, wie eine Umfrage der Zeitschrift 'Eltern for family' unter 1.562 Kindern zwischen zehn und 19 Jahren ergab. "Mir wären Höflichkeit und Rücksicht wichtig, weil Jugendlichen immer wieder unterstellt wird, sie seien rücksichtslos", erklärt etwa eine 18-jährige Gymnasiastin ihr Erziehungsziel.

Aber auch Verantwortungsbewusstsein, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit sind Tugenden, auf die fast 20 Prozent der Kinder achten würden, wenn sie sich selbst erziehen müssten. Immerhin 15 Prozent gaben Hygiene und 14 Prozent Friedfertigkeit und Respekt vor Frieden als wichtige Werte an. Als Ergebnis der Selbst-Erziehung erhoffen sich 29 Prozent gute Schulleistungen.

Ein gesundheitsbewusstes Leben wollen 20 Prozent erreichen, 16 Prozent wollen lernen, auf Alkohol, Drogen und Rauchen zu verzichten. 15 Prozent hoffen auf ein gesundes Selbstbewusstsein.

Lange aufbleiben, mehr Taschengeld, keine Hausarbeit"

Doch nicht nur hohe Tugenden und Ziele, sondern auch reiner Pragmatismus prägen die Vorstellung von der Selbst-Erziehung, wie die Aussage eines 13-jährigen Gymnasiasten beweist: "Ich würde so lange fernsehen oder am PC spielen, wie ich will. Filme gucken, aufbleiben - alles, was ich will. 30 Euro Taschengeld kriegen und keine Haushaltssachen machen müssen."

"Mich selbst zu erziehen wäre eine Katastrophe"

Dass das gefährlich ist, weiß eine 18-jährige Gesamtschülerin: "Mich selbst zu erziehen, wäre eine Katastrophe, weil ich mir viel zu viele Dinge erlauben würde, die ich vielleicht besser nicht machen sollte."

Deshalb setzen die meisten Kinder andere Prioritäten: "Ich würde darauf achten, dass ich im Haushalt mehr helfe, dass ich meinen Eltern nicht so viele Sorgen bereite, dass es meinen Geschwistern gut geht und dass ich öfters mit meinem kleinen Bruder spielen gehe, wenn meine Mutter putzt", zitiert die Zeitschrift eine zehnjährige Realschülerin.

Mehr um die schulischen Leistungen geht es einem zwölfjährigen Hauptschüler, der darauf achten würde, "dass ich in der Schule nicht so schnell aufgebe, wenn ich etwas nicht kann. Dass ich lerne, bis ich es kann". Eine 15-jährige Realschülerin würde es genau wie ihre Eltern machen: "Meine Eltern sind ein gutes Beispiel - sie haben mich nie allein gelassen. Sie sind immer für mich da."

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