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Falle Haushalt: Stromfressern auf der Spur

Die steigenden Energiekosten reißen in viele Haushaltsbudgets ein ordentliches Loch. Dabei lassen sich im Haushalt 30 bis 50 Prozent der Strom- und Wasserkosten einsparen. Man muss nur wissen wo.

Wer in seinem Haushalt an den Energiekosten sparen will, muss nicht einmal auf den gewohnten Komfort verzichten. Energieagenturen - wie die in Nordrhein-Westfalen - helfen den Verbrachern bei der Suche nach Einsparpotenzialen. Dabei werden zunächst alle Haushaltsgeräte unter die Lupe genommen, denn vor allem denn vor allem ältere Kühlschränke, Waschmaschinen oder Kochherde sind Stromfresser. Ein Großverbraucher im Haushalt, der jährlich rund 70 Euro Stromkosten verursacht, ist der Elektroherd. Günstiger ist ein Gasherd, so die Energieagentur. Er ist zwar teurer in der Anschaffung, spart aber die Mehrkosten durch effizientere Energieausnutzung und den preiswerteren Energieträger Gas wieder ein.

Deckel drauf

Mit kleinen Tricks können Verbraucher in der Küche Energie einsparen. Werden lang kochende Gerichte in einem Schnellkochtopf zubereitet, spart das 50 Prozent an Zeit und 30 Prozent an Strom. Wichtig ist auch die richtige Topfgröße. Jeder Zentimeter, den der Topf kleiner als die Herdplatte ist, führt zu 20 bis 30 Prozent Mehrverbrauch. Gekocht werden sollte mit geschlossenem Topfdeckel. Ein gekippter Deckel benötigt die doppelte Energiemenge, ohne Deckel fällt sogar die dreifache Menge an.

Kühl- und Gefriergeräte sollten möglichst auf dem neuesten energetischen Stand sein. Da sie rund um die Uhr das ganze Jahr über betrieben werden, lohnt es sich, das energiesparendste Gerät zu kaufen. Ein Minderverbrauch von nur 0,1 Kilowattstunden pro Tag rechtfertigt einen Geräte-Mehrpreis von rund 70 Euro, meinen die Energieberater. Gefriertruhen verbrauchen weniger Strom als Gefrierschränke. Kühl- und Gefrierkombinationen haben den höchsten Energieverbrauch.

Volle Maschine

Die Wäsche sollte möglichst bei niedrigen Temperaturen und immer mit voller Trommel gewaschen werden. Ein Waschgang mit 65 statt 95 Grad Celsius spart etwa 30 Prozent Strom. Ein Verzicht auf die Vorwäsche spart weitere 20 bis 30 Prozent. Auch Schonwaschgänge sollten möglichst vermieden werden, denn sie schlagen mit dem fünffachen Wasserverbrauch und vierfachem Stromverbrauch zu Buche.

Teuer ist das elektrische Wäschetrocknen. Die jährlichen Stromkosten von Wäschetrocknern liegen bei rund 50 Euro pro Familie. Jeder Trockengang kostet durchschnittlich 50 Cent, errechnete die Energieagentur NRW. Die größten Einsparmöglichkeiten liegen in der Schleuderleistung der Waschmaschine. Wird die Wäsche mit 1600 statt mit 900 Umdrehungen pro Minute geschleudert, führt das beim Trocknen zu einer Stromeinsparung von 25 Prozent.

Standby-Betrieb ist richtig teuer

Heimliche Stromfresser im Haus sind die Leerlaufverluste durch den Standby-Betrieb an Fernseher, Videorecorder oder Stereoanlage. Sie kosten jeden deutschen Haushalt jährlich 50 bis 100 Euro und machen fünf Prozent des deutschen Stromverbrauchs aus. Es empfiehlt sich also, möglichst alle Geräte nicht über die Fernbedienung, sondern direkt auszuschalten.

Auf etwa 50 Euro summieren sich die jährlichen Kosten für die Raumbeleuchtung bei einer dreiköpfigen Familie. Sie machen etwa zwölf Prozent der Stromrechnung aus. Hier lässt sich einfach sparen. Verbraucher sollten sämtliche Glühlampen, die länger als eine halbe Stunde täglich brennen, gegen Energiesparlampen austauschen, raten die Energieberater.

Kostenpflichtige Hilfe bei Verbraucherzentralen

Wer seinen Haushalt einmal konsequent durchchecken möchte, bekommt Hilfe bei den Verbraucherzentralen. Sie haben Energieberatungsstellen eingerichtet, bei denen Bürger Rat finden, allerdings kostenpflichtig. Bei einigen Verbraucherzentralen kann man Verbrauchsmessgeräte ausleihen. Diese werden zwischen Steckdose und Haushaltgerät geschaltet und ermitteln den exakten Stromverbrauch.

Reiner Fischer/DDP / DDP
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