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Hochschulen: Nackter Protest gegen Millionenkürzungen

Gestern rannten rund 50 Studenten aus Protest gegen die Millionenkürzungen an den Hochschulen nackt über den Weichnachtsmarkt an der Gedächtniskirche.

Nackt sind am Freitag rund 50 Berliner Studenten aus Protest gegen die Millionenkürzungen an den Hochschulen über den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerannt. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt liefen die mit Parolen bemalten jungen Frauen und Männer rund fünf Minuten lang zwei Mal um die Kirche. Das Motto der Aktion lautete "Wir geben unser letztes Hemd". Rund 800 Menschen zogen nach Polizeiangaben mit Lampions und Fackeln ausgestattet bei der so genannten "Bettel-Demo" durch das Berliner Villenviertel Grunewald.

Neben Studenten nahmen an dem Protestzug unter dem Motto "Ruprecht und Nikolaus kommen..." auch Erwerbslosenprojekte, Obdachloseninitiativen und Hochschullehrer teil. Ziel sei es, auf die unhaltbaren Zustände von großem privaten Reichtum und öffentlicher sowie persönlicher Armut aufmerksam zu machen, erklärten die Organisatoren. Auch an anderen Stellen wurde der Protest fantasievoll fortgesetzt. So machten am Kurfürstendamm 40 Studenten mit Theaterstücken und Performances auf die Misere aufmerksam. Nach Polizeiangaben verliefen die Aktionen friedlich.

In Frankfurt am Main protestierten rund 400 Studenten lautstark gegen die geplante Einführung von Studiengebühren. Sie versammelten sich vor der Festhalle, wo die Auslosung der Qualifikationsgruppen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 stattfinden sollte. Ein Polizeisprecher sagte, die Studenten seien vom Unicampus und vom Bahnhof vor den Haupteingang der Festhalle gezogen. Die Proteste seien ausgesprochen friedlich.

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