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Kunden begeistert: Dieses Café duldet nur artige Kinder

Jodie Morris betreibt ein kleines Café mit roten Samtsofas und französischem Feingebäck. Es zieht auch Eltern mit kleinen Kindern an, die herumrennen und lärmen. Doch damit ist nun Schluss.

The Little French Cafe hat nun klare Bedingungen für seine Gäste: Windeln wechseln und Herumtoben gehört nicht hierher

The Little French Cafe hat nun klare Bedingungen für seine Gäste: Windeln wechseln und Herumtoben gehört nicht hierher

Am Montag hatte die Betreiberin des The Little French Cafe in Broadmeadow, NSW, Australien, die Nase voll. Sie postete folgende Ansage auf ihre Facebook-Seite: "Okay, ein bisschen Haushaltsführung. 'Sind wir kinderfreundlich?' Wenn Sie ein Café mit Kindermenü, Spielecke, Hüpfflächen, reichlich Platz für Kinderwagen, zum Herumtoben und Stören anderer Gäste [...] suchen, dann lautet die kurze Antwort NEIN, wir sind nicht kinderfreundlich. Wenn Sie aber Ihre Kinder mitbringen möchten, die gern mit Ihnen am Tisch sitzen und sich benehmen, während Sie Ihren Kaffee genießen, hereinspaziert! Wenn nicht, gibt es ausreichend Orte, die speziell dafür gemacht worden sind, Kinder zu unterhalten. Danke, TLFC." Am Dienstag wurde das Posting wieder gelöscht, war bis dahin jedoch bereits mehr als 100 Mal geteilt worden.

Die Reaktionen auf Jodie Morris' Ansage waren gespalten. Viele Erwachsene äußerten sich begeistert. Das kleine Café mit den roten Samtsofas und antiken Tischchen auf dünnen Holzbeinen liegt in einem Geschäftsviertel und richtet sich an eine Business-Klientel. Morris' Kunden waren ebenfalls genervt von Kindern, die sich benehmen, als sei der Laden nur für sie da. Und von Eltern, die ihre Kinder nicht reglementieren, sondern in Seelenruhe ihren Kaffee trinken und die Kinder toben lassen - auf Kosten anderer Gäste.

Nerven Sie herumlaufende Kinder in Restaurants?

Unverständnis einiger Eltern

Andere Eltern wiederum fühlten sich von der Ansage und den Kommentaren angegriffen und antworteten entsprechend aggressiv. Jemand schrieb: "Moment mal, warum zur Hölle sollte ich meine Kinder nur in Fast-Food-Restaurants mitnehmen dürfen? Ich will nicht, dass sie diesen Mist essen, sie sollen ECHTES Essen essen. […] Ihr könnt alle zur Hölle gehen. Ich nehme meine Kinder mit, wohin zur Hölle ich es will. Und wenn euch das nicht gefällt, könnt IHR ja gehen. Wir sind ebenfalls zahlende Kunden und haben das gleiche Recht auszugehen wie ihr."

Jodie Morris griff mit einem weiteren Posting in die Debatte ein, um ihre Position noch einmal verständlich zu machen. "Wenn ich mein Café woanders eröffnet und vor allem Eltern mit Kindern als Kundschaft hätte haben wollen, hätte ich es anders eingerichtet", erklärt die Betreiberin. "Ich verstehe Eltern mit Kindern, ich habe selbst welche. Das macht es umso schwerer, dem Treiben zuzusehen und zu wissen, dass ich sofort getadelt würde, wenn ich eingreifen würde."

Alles ausverkauft

Sehr bildhaft beschreibt sie, wie es bei ihr zuging: "Ich war genervt davon, dass Kinder meine Salz- und Pfefferstreuer in den Kamin entleeren, Eltern in meiner Sitzecke Windeln wechseln, Kinder ihr Essen in meinen Teppich schmieren, Eltern ihre Babys - nur in Windel - mitten auf den Tisch setzen, Kinder herumrennen, als wäre es eine Formel-1-Strecke, auf den Möbeln herumspringen und nur so zum Spaß herumschreien und alle anderen nerven."

Hätte man von der mutigen "Hausordnung" erwartet, dass ein massiver Umsatzeinbruch die Folge ist, hätte man sich schwer getäuscht. Am Dienstagabend postet Morris ein Foto mit einem großen Blumenstrauß und schreibt: "Ein sehr arbeitsreicher Tag. Das Gebäckregal ist fast leer und meine treuen Kunden verwöhnen mich mit Blumen."

Eine mutige Entscheidung für ein klares Geschäftsmodell scheint Früchte zu tragen.

bal
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