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C. Tauzher: Die Pubertäterin: Das Grauen mit den Augenbrauen

"Wie in einem Horrofilm!" Christiane Tauzher ist nicht happy mit den Schminkkünsten ihrer Tochter. Doch dann erinnert sie sich an ihre eigene Jugend ...

Augenbrauen werden geschminkt

Wombis trägt bei ihren Augenbrauen gerne mal dick auf (Symbolbild)

Getty Images

Ich betrat an einem Samstagnachmittag die Wombi-Höhle. Meine Augen mussten sich erst an die Dunkelheit gewöhnen. Mit rundem Rücken kniete die Wombi wie ein Gürteltier auf einem Hocker vor ihrem mit Schminkzeug vollgestellten Schreibtisch und betrachtete sich in einem Vergrößerungsrasierspiegel, der ursprünglich dem Olaf gehört hatte. Ihre Schreibtischlampe hatte sie so platziert, dass ihr die Glühbirne wie ein Scheinwerfer ins Gesicht leuchtete.

"Was gibt's?", fragte sie mürrisch ohne sich von ihrem Spiegelbild abzuwenden. "Äh, nichts", antwortete ich, "ich wollte nur sehen, ob Du noch lebst, nachdem ich dich seit dem Frühstück nicht mehr gesehen habe." 

"Ok, das hast du ja jetzt erledigt", sagte die Wombi. Anstatt dem Rauswurf Folge zu leisten, trat ich mutig einen Schritt näher.

"Was ist mit deinen Augenbrauen passiert?", fragte ich und kam noch näher. Wombis Augenbrauen sahen aus wie zwei fette glänzende Nacktschnecken, die sich oberhalb ihrer Augen festgesaugt hatten.

"Mir gefällt das so", sagte sie und kämmte das dichte Brauenhaar mit einem Mini-Bürstchen in Form. "Das sieht bescheuert aus", sagte ich. "Danke", sagte die Wombi, "und jetzt kannst du wieder gehen." Ich ging nicht. "Wieso glaubst du mir nicht?", fragte ich. Die Wombi zog jetzt mit einer Art Leuchtstift, aus der eine braune Tinktur floss, die Nacktschnecken nach. Dann drehte sie den Kopf und mit ihm die gewaltigen Brauen, die man zum Absperren von Straßen hätte verwenden können, in meine Richtung. "Wie in einem Horrorfilm", sagte ich. Der Wombi platzte jetzt der Kragen. "Hat dir deine Mutter gesagt, wie du dich schminken sollst? Oder was du anziehen sollst? Oder was du essen und was du nicht essen sollst?"

Ich konnte alle drei Fragen mit "Ja" beantworten. Meine Mutter, eine Lehrerin, war schon von Berufs wegen eine Bestimmerin, und ich hatte nur wenig Spielraum. "Du hast dich also so geschminkt, wie es deiner Mutter gefallen hat?", fragte die Wombi. "Genau", antwortete ich, "nämlich offiziell gar nicht."

Geheime Klamottendepots im Hinterhof

"Wie hast du das nur ausgehalten?", fragte die Wombi theatralisch. Ich gab zu, dass es die Hölle war. Einmal in der Woche, wenn ich in einem geblümten knöchellangen Tellerrock mit eingeflochtenem Zopf  zur Tanzschule aufbrach, warf ich - kaum, dass die Wohnungstür hinter mir ins Schloss gefallen war - die biedere Tarnung ab. Schon Stunden vorher hatte ich, unter dem Vorwand den Müll hinunterzubringen, einen Sack mit Minirock, hohen Schuhen, Wimperntusche, Haarspray und Parfum im Hinterhof bei den Tonnen deponiert. Dort verwandelte ich mich dann wie Aschenputtel in Cyndi Lauper und ließ Laura Ashley zurück. In der Telefonzelle um die Ecke zog ich mir mit Hilfe eines Taschenspiegels einen dicken blauen Lidstrich, tuschte mir die Wimpern, bis sie verklumpten, und besprühte mich mit Aftershave meines Vaters. Meine Mutter hatte nur ein einziges Parfum - es wäre aufgefallen, hätte ich es mitgenommen. Die Schminksachen gingen ihr nicht ab. Sie richtete sich nur zu Weihnachten und zu Geburtstagen her. Ich selbst besaß damals keine Verschönerungsprodukte. Zu teuer und für Erwachsene reserviert. Als 14-Jährige betrat man ebenso eine Parfümerie genauso wenig wie eine Bar.

Einmal, es war im November, begegnete mir auf dem Weg in die Tanzschule Tante Anni in der U-Bahnstation. Es regnete, und meine Fersen hingen über die gelben Plateaupantoffel meiner Mutter, die mir drei Nummern zu klein waren. Meine Haare trug ich auftoupiert, der kurze Rock bedeckte ein Viertel meiner Beine, und über dem Knie hatte ich der Strumpfhose ein Loch zugefügt. Zwischen mir und Tante Anni standen drei ältere Leutchen. Tante Anni trat aus der Reihe und musterte mich. Sie konnte nicht glauben, was sie da sah, sprach mich aber nicht an. Verraten hat sie mich nicht. Zum nächsten Anlass schenkte sie mir Pumps mit kleinem Absatz in meiner Größe, und auf der Karte stand: "Lass die scheußlichen Pantoffeln deiner Mutter im Kasten."

Die Wombi hörte mir mit offenem Mund zu. "Und zuhause musstest Du dich wieder bei den Tonnen umziehen?" Ich nickte. "Deine Großmutter hat nie etwas bemerkt. Sobald ich in unserer Wohnung war, stürmte ich unter einem Vorwand ins Badezimmer, um die letzten Spuren von Cyndi zu beseitigen."

"Das ist so arg", sagte die Wombi und umarmte mich voller Mitgefühl. Wir rückten in diesem Moment ein Stück zusammen.

Sie seufzte, zog die Nacktschnecken in die Höhe und sagte: "Jetzt ist mir natürlich klar, warum du überhaupt keine Ahnung vom Schminken hast. Du hast es nie gelernt."

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(