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Neue Studie zeigt Digitaler Distanzunterricht für den Lernerfolg so effektiv wie Sommerferien

Zwei Schwestern machen im April 2021 ihre Schulaufgaben am Wohnzimmertisch.
Zwei Schwestern machen im April 2021 ihre Schulaufgaben am Wohnzimmertisch. Während der Corona-Lockdowns lernten viele Kinder weltweit im Distanzunterricht.
© Guido Kirchner / DPA
Seit Frühjahr 2020 waren weltweit viele Schulen geschlossen − Kinder und Jugendliche lernten lange Zeit zuhause. Eine neue Studie zeigt nun die Konsequenzen, die diese Unterrichtsform für die Kompetenzentwicklung der Kinder hat.

Das wohl schlechteste Zeugnis des vergangenen Schuljahres bekommt zum Ende des Schuljahres der coronabedingte Distanzunterricht. Forscher und Forscherinnen der Frankfurter Goethe-Universität haben sich dafür Daten aus aller Welt angesehen − das Ergebnis ist ernüchternd: "Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 ist als Stagnation mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen zu bezeichnen und liegt damit im Bereich der Effekte von Sommerferien", erklärte Prof. Andreas Frey, der an der Goethe-Universität Pädagogische Psychologie lehrt, einer der Autoren der Studie.

Studie untersucht die Effektivität von Distanzunterricht

Forscherinnen und Forscher haben in einem systematischen Review mit wissenschaftlichen Datenbanken weltweit jene Studien identifiziert, die über die Auswirkungen der coronabedingten Schulschließungen auf die Leistungen und Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern berichteten. "Wir haben nur forschungsmethodisch hochwertige Publikationen berücksichtigt, die eindeutige Rückschlüsse auf die Wirkung coronabedingter Schulschließungen auf den Kompetenzerwerb von Schülerinnen und Schülern erlauben und geeignete Tests zur Leistungs- oder Kompetenzmessung einsetzten", erklärte Frey.

Der Sechstklässler Xu trägt seinen körperbehinderten, besten Freund Zhang täglich in die Schule.

Kinder aus sozial schwachen Familien trifft es am stärksten

Besonders stark seien Kompetenzeinbußen bei Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Elternhäusern. "Hiermit sind die bisherigen Vermutungen durch empirische Evidenz belegt: Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich während der ersten coronabedingten Schulschließungen noch weiter geöffnet", schlussfolgerte Frey. Allerdings gebe es auch erste Anhaltspunkte dafür, dass die Effekte der späteren Schulschließungen ab Winter nicht zwangsläufig ebenso drastisch ausfallen müssen: Inzwischen habe sich die Online-Lehre vielerorts verbessert.

ldh DPA

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