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Facebook-Video: Mutter beschwert sich über Kita: "Mein deutscher Sohn fühlt sich hier wie ein Ausländer"

Erst musste sie den Kindergartenplatz für ihren dreijährigen Sohn einklagen, nun gefällt ihr die Notgruppe nicht, in die er aufgenommen wurde. Die Wutrede einer Mutter spaltet die Facebook-User.

Screenshot Leen Kroetsch

Bei Facebook veröffentlichte Leen Kroetsch ein Video, in dem sie ihre Wut auf die Politik herauslässt, weil ihr die Zusammensetzung der Kita-Gruppe ihres Sohnes nicht passt

Ganz ruhig spricht Leen Kroetsch in ihr Handy, mit dem sie im Selfiemodus ein Video aufnimmt, das sie anschließend bei Facebook veröffentlicht. Innerlich aber brodelt die Mutter eines Dreijährigen, darüber kann ihre Stimmlage nicht hinwegtäuschen. Leen Kroetsch gewöhnt ihr Kind gerade im Kindergarten ein und ist wütend über verschiedene Dinge. Zunächst beklagt sie, dass sie den Kita-Platz ihres Sohnes einklagen musste, während andere Eltern "vom Mohammed, vom Ali und wie sie alle heißen" das nicht mussten. Daraus zieht sie den Schluss, "Integration geht vor Existenz, nur, damit sich andere Kinder integrieren können". Warum sie als Selbstständige beinahe Hartz IV hätte beantragen müssen, erklärt Kroetsch jedoch nicht.

HILFE❗ Läuft so Integration? Wer muss sich Integrieren? Nachtrag: Weil ich mich nicht immer wiederholen möchte. Ich...

Gepostet von Leen Kroetsch am Mittwoch, 15. August 2018

Es folgt das zweite Problem, das Kroetsch mit dem Kindergarten hat: "Jetzt sind wir genau bei dem Thema: In der Gruppe meines Sohnes sind 25 Kinder", erzählt sie. "Zwei davon sprechen die deutsche Sprache. Zwei davon sind deutsch ohne Migrationshintergrund. Die anderen Kinder, 23 an der Zahl, verstehen kein Deutsch, sind der Sprache überhaupt nicht mächtig." Es drohe die Islamisierung der deutschen Kinder, folgert Kroetsch.

Vorurteile werden als Wahrheit dargestellt

Die "WAZ" hat bei dem Träger, der katholischen Kita St. Joseph in Leithe, nachgefragt und eine andere Auskunft bekommen. Zwar sei richtig, dass nur zwei Kinder die deutsche Staatsbürgerschaft hätten, die anderen Kinder stammten aus Syrien, Vietnam, Kroatien, der Türkei etc. Die von Kroetsch befürchtete "Islamisierung" sehe man jedoch nicht, so Petra Struck vom Kita-Zweckverband des Bistums. Es gebe nicht nur muslimische Kinder in der Gruppe, sondern auch buddhistische und konfessionslose. Und die "einzige gemeinsame Sprache ist Deutsch". Die Hälfte der Kinder spreche auch zu Hause Deutsch, da schon ihre Eltern in Deutschland geboren seien. Es gebe aber durchaus Flüchtlingskinder, bei denen es mit den Sprachkenntnissen noch hapere.

Ferner begründet sich die Zusammensetzung der Gruppe dadurch, dass es sich um eine Notgruppe handelt, die auf Wunsch der Stadt neu geschaffen worden sei. "Die 25 Plätze werden aus städtischen Mitteln bezahlt, um den Mangel an Kitaplätzen abzumildern. Berücksichtigt wurden hier Familien, die dringend eine Betreuung benötigen, die bereits einen Rechtsanspruch angemeldet oder, wie Kroetsch, geklagt haben. 'Ohne die Gruppe hätte ihr Kind gar keinen Platz'", zitiert die "WAZ" Struck.

Essen hat einen hohen Ausländeranteil

Während zum Beispiel Hamburg einen Anteil von knapp 15 Prozent an ausländischen bzw. nicht-deutschen Bewohnern hat, leben in Essen mehr als 26 Prozent mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit. Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass es in manchen Kitas in Essen einen hohen Anteil von Kindern gibt, für die Deutsch nicht die Muttersprache ist. Der Kindergarten dient auch dazu, dass die Kinder bis zur Einschulung so gut Deutsch sprechen und verstehen, dass sie in der Schule keine sprachlichen Nachteile haben.

Wie gefährlich die Aussagen dieser Mutter sind, ahnt sie vielleicht selbst gar nicht. Aber mit Sätzen wie "die anderen Kinder verstehen sich alle blendend", nur ihr Sohn und das andere deutsche Kind seien ausgeschlossen, schürt sie Vorurteile und schafft Fronten. Ihr Gefühl, im Vergleich zu ausländischen Mitbürgern ungerecht behandelt zu werden, entspricht den Parolen, die rechte Parteien verbreiten. Nur weil Kroetsch es so darstellt, entspricht es dennoch nicht den Tatsachen.

Änderungen im August 2018
bal
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