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Kompletter Rat tritt zurück Schulkommission lästert über Eltern – und die Videokonferenz ist aus Versehen öffentlich

Ein Mann in einer Videokonferenz (Symbolbild)
Ein Mann in einer Videokonferenz (Symbolbild). Die Mitglieder des Schulbezirks in Kalifornien dachte offenbar, sie seien unter sich.
© Jochen Tack / Picture Alliance
In Kalifornien ist die Kommission für einen Schulbezirk gesammelt zurückgetreten. Zuvor hatten die vier Räte in einer Videokonferenz über Eltern gelästert. Sie dachten fälschlicherweise, das virtuelle Treffen sei privat.

In den USA haben sich vier Mitglieder einer Schulkommission einen peinlichen Fehler bei einer Videokonferenz geleistet, der sie letztlich ihre Posten kostete. Das berichten mehrere US-Medien, auch das zuständige Oakley Union Elementary School District Board in Kalifornien bestätigte die Rücktritte.

Die vier Ratsmitglieder des School Boards, einer Art Aufsichtsgremium für den jeweiligen Schulbezirk, wähnten sich vergangene Woche fälschlicherweise in einer privaten Unterhaltung. Entsprechend offen sprachen sie über ihre jüngsten Erfahrungen mit verärgerten Eltern von Schulkindern. Sie rezitierten Facebook-Nachrichten von Eltern und zogen anschließend darüber her.

Rat vermutet, Eltern wollen wieder mehr Drogen nehmen

Eine Rätin beschwerte sich den Berichten zufolge darüber, dass ein Elternteil sie dafür kritisiert hätte, dass sie zu einer Party gegangen sei, nachdem sie den Schulbesuch für "nicht sicher" erklärt habe. Daraufhin habe die Rätin gesagt: "Wenn du mich herausfordert, Miststück, dann werde ich dich kaputt machen." (engl. "Bitch, If you call me out, I’m going to fuck you up")

Die Präsidentin des Rates habe ihr daraufhin beigepflichtet: "Sie wollen uns drangsalieren, weil sie ihre Babysitter zurückhaben wollen." Ein weiteres Kommissionsmitglied stellte demnach zur Belustigung der anderen die These in den Raum, dass viele Eltern kiffen würden, wenn ihre Kinder in der Schule seien und dies aktuell nicht könnten. Sein Bruder habe einen Lieferservice für medizinisches Marihuana und dort hätten zum Großteil Eltern bestellt, deren Kinder gerade nicht im Haus gewesen seien.

Wenige Minuten später stellen die vier fest, dass ihre Videokonferenz für die Öffentlichkeit zugänglich und einsehbar war. Von dieser Szene gibt es kurze Videos auf Twitter, die die geschockten Gesichter der vier zeigen, als sie ihren Fehler bemerken. "Oh oh", sagt eine von ihnen. Kurz darauf wird die Konferenz auf privat gestellt.

Schulbezirk teilt Rücktritte mit

Da hatten allerdings bereits viele die Szenen mitgeschnitten und die unvorteilhaften Zitate machten im Netz die Runde. Der Schulbezirk ist für mehr als 5000 Schüler zuständig. Nach massiver Kritik erklärten alle vier Ratsmitglieder inklusive der Präsidentin ihren kollektiven Rücktritt. Der Bezirk bestätigte die Kündigungen in einer Mitteilung. "Wir bedauern die in der Sitzung gemachten Kommentare zutiefst", werden die vier Zurückgetretenen dort zitiert. Mit den Sätzen seien sie ihrer Vorbildfunktion nicht gerecht geworden und hätten das Vertrauen in die Führung des Schulbezirks erschüttert. "Dafür bitten wir aufrichtig um Entschuldigung."

Quellen:  Erklärung Schopol Disctrict Oakley Union Elementary School / WSB-TV 2 / CNN 

fin

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