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Mongolische Tradition: So arbeitet ein Kinderjockey

Nicht nur gegen seine Konkurrenz tritt der kleine Purevsurengiin beim mongolischen Sommerfest Naadam an, sondern auch gegen die Hitze und den Staub der Steppe. Seit seine Eltern ihr Vieh verloren, muss der 13-Jährige das Geld verdienen.

Von Susanne Baller

Im Rennoutfit mit Helm und Startnummer blinzelt Purevsurengiin der Sonne und dem Staub entgegen. Die Frisur seines Pferdes erinnert an den ersten Großkhan: Dschingis Khan.

Im Rennoutfit mit Helm und Startnummer blinzelt Purevsurengiin der Sonne und dem Staub entgegen. Die Frisur seines Pferdes erinnert an den ersten Großkhan: Dschingis Khan.

Purevsurengiin Togtokhsuren wohnt bei seinem Trainer. "Ich vermisse meine Mutter nicht, weil ich schon fünf Jahre bei ihm lebe", erklärt der 13-Jährige Kinderjockey, der für seine Familie Geld verdienen muss. Seine Eltern haben ihn arbeiten geschickt, nachdem sie in dem extrem kalten Winter 2010, der Millionen Tiere das Leben kostet hat, ihren Viehbestand verloren haben. "Ich weiß nicht, womit meine Eltern nun Geld verdienen", sagt er mit ernster Miene und einem Gesichtsausdruck, der viel älter wirkt, als er ist.

Wie viel er selbst verdient, verrät der Junge nicht, durchschnittlich erhalten Kinderjockeys 500.000 Tögrög im Monat, das sind rund 230 Euro. Das Geld geht an seine Eltern, für sein Essen und Schulmaterial kommt sein Trainer auf. Purevsurengiin nimmt bereits zum fünften Mal an den nationalen Rennen zum mongolischen Sommerfest Naadam teil, als einer von rund 170 Kinderjockeys. Die Kinder feuern ihre Pferde bei den Rennen lautstark an, während die mongolischen Zuschauer hoffen, vom Staub der Steppe, den die Tiere aufwühlen, bedeckt zu werden. Das soll Glück bringen.

Vorbild Dschingis Khan

Drei "männliche Fertigkeiten" werden zum Naadam präsentiert, Reitkunst, Bogenschießen und Ringkampf. Bereits Dschingis Khan und seine Gefolgsleute ritten im 12. und 13. Jahrhundert hier, in der Nähe der heutigen Hauptstadt Ulan Bator, mit ihren Pferden, um breite eurasische Landstreifen zu erobern. Als erster Großkhan hat er damals die mongolischen Stämme der heutigen zentralen und nördlichen Mongolei geeint und sie zum Sieg gegen mehrere benachbarte Völker geführt. Seit 800 Jahren feiern die Mongolen das Sommerfest. Die warmen Temperaturen sind nach den langen, bitterkalten Wintern eine willkommene Abwechslung.

Obwohl sie im Glanz der Tradition erstrahlen, sind die Rennen für die Kinder, die in die Sättel steigen, auch gefährlich. Manche starben dabei, andere haben sich schwere Verletzungen zugezogen. Ihre Notlage zog die Aufmerksamkeit der Vereinten Nationen, der Internationalen Arbeitsorganisation sowie von Unicef auf sich.

Purevsurengiin liebt den Sport und sagt, er will in Zukunft selbst Jockeys coachen, sodass er sein Leben lang reiten kann.

mit AFP
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(