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Seltene OP am Fötus: Dieses Baby wurde zweimal geboren

In der 16. Schwangerschaftswoche entdeckten die Ärzte im Ultraschall einen riesigen, seltenen Tumor am Steißbein eines Fötus, sie mussten operieren. Außerhalb der Gebärmutter. Inzwischen ist die kleine Lynlee viereinhalb Monate alt.

Das Baby liegt schlafend im Gitterbett

Am 8. Juni, zwei Tage nach der zweiten Geburt, veröffentlichte die stolze Mutter dieses Foto der kleinen Lynlee Hope. Das Mädchen hat die Operation gut überstanden.

Der errechnete Geburtstermin für Lynlee Hope war im Juni 2016. Und tatsächlich kam sie am 6. Juni zur Welt – allerdings zum zweiten Mal. Bei einem Ultraschalltermin Ende des vierten Schwangerschaftsmonats sahen die Ärzte ein ungewöhnliches Bild: Am Steißbein des Fötus hatte sich ein riesiger Tumor gebildet, der dem Fötus das Blut raubte. Er war größer als der Kopf des Ungeborenen und hätte ihn sein Leben gekostet. Es gab nur eine Möglichkeit, ihn zu retten: eine Operation außerhalb der Gebärmutter, bei der das Geschwulst entfernt würde.

Nur vier Krankenhäuser in den USA sind in der Lage, ein Steißbeinteratom (Teratoma sacrococcygealis) zu operieren, hatte die Recherche der Eltern, Jeff und Margaret Boemer, ergeben. Die Texaner suchten das Kinderkrankenhaus in Houston auf, ließen sich beraten und trafen anschießend den Spezialisten, der ihnen dort empfohlen worden war. Und dann begann der Kampf um Lynlee Hope.

Ultraschall

Im Ultraschall bestens zu erkennen: Unten in der Gebärmutter liegt der Kopf des Fötus, rechts die Wirbelsäule, an der am Steißbein (oben) ein riesiger Tumor wächst. Das Geschwür verbrauchte so viel Blut, dass nur noch eine Operation das Leben des Babys retten konnte.

Die Operation wurde dringend notwendig

Am 7. März, die Schwangerschaft war in der 23. Woche plus fünf Tage, wurde die Situation brenzlig: Der Blutverlust drohte ein Herzversagen des Fötus zu verursachen. Margaret Boemer musste sich einer Notoperation unterziehen. Mit einem großen Schnitt öffneten die Ärzte ihre Gebärmutter, entnahmen den Fötus, punktierten den Tumor und entfernten den Teil mit den Blutgefäßen. Insgesamt konnten sie 90 Prozent wegschneiden. Ein Schock für den kleinen Körper von Lynlee, ihr Herz musste reanimiert werden und sie erhielt eine Bluttransfusion. Als sie stabil war, legten die Ärzte sie zurück in die Gebärmutter und nähten sie und die Bauchdecke der Mutter wieder zu. Das war Lynlees "erste Geburt".

Nach einigen kritischen Tagen hatte sich Lynlee erholt, ihr Herz schlug wieder normal. Boemer, die bereits zwei Töchter hatte, musste die restlichen drei Monate das Bett hüten, um die Schwangerschaft nicht zu gefährden. Am 6. Juni, Ende 36. Schwangerschaftswoche, war es dann so weit: Mit einem geplanten Kaiserschnitt kam Lynlee Hope zum zweiten Mal auf die Welt. Ihr zweiter Vorname, Hoffnung, hatte sich erfüllt. 

Ein lebenslanges Gesundheitsproblem

Auch wenn das kleine Mädchen diesen Teil des Weges gut gemeistert hat, wird sie das Steißbeinteratom ihr Leben lang begleiten, wie seine Mutter auf der Crowdfunding-Plattform Gofundme schreibt. Die finanziellen Reserven der Familie sind aufgebraucht und sie hoffen auf Unterstützung. Gut 5000 US-Dollar sind bisher zusammengekommen. Und Lynlee strahlt inzwischen ihren Arzt an. 


bal

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