Über der syrischen Flagge schwebt ein Totenkopf, eine Frau humpelt auf Krücken durch abgetrennte Körperteile. Zerstörte Häuser, ein Leichnam, ein Maschinengewehr und ein bombenwerfendes Flugzeug, all das sah ein Kind in seinem Heimatland Syrien. Niemand weiß. wie lange es unterwegs war, um nach Deutschland zu kommen. Aber dass die Flucht aus dem Kriegsgebiet lang und anstrengend war, wissen wir von allen Flüchtlingen. Bei seiner Ankunft in Passau wurde das Kind, so liest es sich, herzlich von der Polizei aufgenommen: Neben der Deutschlandflagge ist es friedlich und grün, die Häuser sind heil, ebenso wie die Straßen. Zwei Menschen mit Rucksack und Koffern kommen an, möglicherweise ist der kleinere von beiden das Kind selbst. Um Deutschland und die Worte "Polizi" ranken sich Herzchen.
Seit das Geschenk an einen Bundespolizisten in Passau bei Twitter auftauchte, rührt es die User. Es erzählt in seiner brutalen Schlichtheit, was dieses Kind bereits erleben musste. Wer das Kind war, weiß niemand mehr. Nur der eine Bundespolizist, der das Bild bekam. Doch der ist nicht zu finden. Der Pressesprecher der Bundespolizei erzählt: "Es war in der Paulhalle in Passau, das ist eine von der Bundespolizei angemietete Halle. Dorthin werden die festgestellten Migranten vom Bahnhof hochgebracht. Sie werden mit Bekleidung, Essen und Trinken versorgt, die Kinder auch mit Spiel- und Malzeug. In diesem Bereich der Halle hat das Kind dieses Bild gemalt und es dem dort arbeitenden Bundespolizisten als Geschenk überreicht."
In der riesigen Halle arbeiten "gefühlt 1000 Bundespolizisten". "Es handelt sich um eine Durchgangsstation. Dann geht es weiter in die Erstaufnahmeeinrichtung oder in die Bearbeitung der Bundespolizei", so der Pressesprecher. "Das Kind ist sicher noch in Deutschland, aber wo, wissen wir nicht." Hoffentlich wird es - wo auch immer - herzlich empfangen. ... sagt auch der Bundesjustizminister nichts mehr.