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Im Kinderkrankenhaus: Der beste Doktor aller Zeiten operiert auch Kuscheltiere

Wenn es darum geht, dass sich die Patienten eines Kinderkrankenhauses in Wisconsin wohlfühlen, scheuen die Ärzte und Schwestern keine Mühen. Deshalb landete auch "Monster AG"-Mike auf dem OP-Tisch.

Ein Junge sitzt im Krankenbett und hält sein Spielzeug im Arm

Dr. Groth, Arzt im Kinderkrankenhaus in Wisconsin, operierte erst Ryan und anschließend Michael „Mike“ Glotzkowski, das Kuscheltier aus dem Pixar-Animationsfilm "Monster AG"

Ryan kennt sich mittlerweile gut aus im Krankenhaus. Der Junge, der das Down-Syndrom hat, war bereits acht Mal im Wisconsiner Kinderkrankenhaus, denn er hat diverse gesundheitliche Probleme. Zu seiner letzten Behandlung nahm der "Mike" mit, sein Kuscheltier. Damit fühlt sich ein Krankenhausaufenthalt wenigstens ein bisschen wie zu Hause an.

Nachdem Dr. Groth, der behandelnde Arzt, Ryan operiert hatte, bemerkte er, dass auch das Lieblingsspielzeug des Kindes nicht ganz fit war. "Er hängt unglaublich an Mike", sagte Groth zu "Today", "es ist bestimmt schon sein vierter oder fünfter." Also knöpfte sich der Doktor den ramponierten grünen Augapfel auf zwei Beinen vor und versorgte auch ihn: Mit seinem OP-Besteck stopfte es die dünn gewordene Haut des Pixar-Monsters und legte ihm anschließend einen Verband an. Das Kuscheltier wurde genau so behandelt wie Ryan selbst.


Als Ryan aus seiner Narkose aufwachte, lag Mike an seiner Seite – und der Junge war glücklich. "Dass er seinen kleinen Freund bei sich hatte, hat eine Menge ausgemacht", sagt Groth. "Es entspannt ihn und unter Genesungsaspekten hilft es, wenn sich Kinder an etwas Vertrautem festhalten können."

Mike war nicht der erste Kuschel-Patient

Der 44-Jährige Urologe hatte schon viele junge Patienten mit kaputtgeliebten Kuscheltieren und hat es zu seinem Hobby gemacht, sie zu reparieren, wenn er die Zeit dafür findet. Bei Mike allerdings war es das erste Mal, dass der Arzt dabei "erwischt" wurde. Er wusste nicht, dass er bei der "OP" fotografiert wurde. Als das Bild dann auf der Facebook-Seite des Krankenhauses veröffentlicht wurde, fand es schnell Tausende Fans. Viele Eltern posteten Fotos, die ihre Kinder mit ihren Kuscheltieren zeigen, beide mit identischen Verbänden. Eine Mutter veröffentlichte sogar ein Röntgenbild, dass in dem Krankenhaus gemacht worden war – von Elmo, dem roten Fellmonster aus der "Sesamstraße".

Dr. Groth hat eine nüchterne Erklärung dafür, dass seine kleine OP so viel Beifall findet: "Die Menschen mögen es, wenn man Mitgefühl mit anderen hat. Das verbindet." Kein Wunder, dass alle Eltern ihn lieben.

bal

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