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Heimliche Fotos und Videos: Wie Hamburgs Schwimmbäder Handy-Spanner stoppen wollen

Im Schwimm- oder Freibad kommen naturgemäß leicht bekleidete Menschen zusammen. Ein idealer Ort für Spanner, die mit Smartphone oder Handy in Sekundenschnelle Fotos oder Videos machen können. Dem sagt Hamburg nun den Kampf an.

Foto-Verbot - Handy-Sticker - Smartphone - Spanner - Hallenbad - Freibad

Gerade noch in der Sonne, wenig später im Internet: Nicht selten tauchen Aufnahmen aus Schwimm- oder Freibädern ungefragt in sozialen Netzwerken auf

Den eigenen Nachwuchs bei den ersten Schwimmversuchen fotografieren oder filmen - für viele Eltern ist das ganz normal. Andere müssen im Schwimmbad unbedingt ein Selfie schießen, das nicht selten wenig später auf Facebook oder Instagram landet. War dafür früher noch ein Fotoapparat oder eine Kamera nötig, gelingen derartige Schnappschüsse heute dank Smartphone oder Handy ohne großen Aufwand in Sekundenschnelle. Das Problem: Auf den Aufnahmen sind häufig auch fremde und zudem meist leicht bekleidete Badegäste zu sehen, die das eventuell gar nicht wollen, es aber schlichtweg nicht mitbekommen. Noch problematischer: Auch Spannern ermöglicht die heutige Technik, Objekte ihrer Begierde mehr oder wenig unbehelligt abzulichten. Dem wollen Hamburgs Hallen- und Freibäder künftig noch schärfer einen Riegel vorschieben.

Besteht in den Einrichtungen des städtischen Betreibers Bäderland bereits seit einem Jahr ein generelles Foto- und Filmverbot, wird dieses pünktlich zum Start der Freibadsaison um eine weitere Maßnahme erweitert. So sollen - zunächst auf vier Bäder beschränkt - künftig Handy-Aufkleber an die Gäste ausgegeben werden, mit denen sich die Kameralinse während des Aufenthalts abkleben lässt, berichtet unter anderem das "Hamburger Abendblatt".

Handy-Sticker sollen Badegäste sensibilisieren

Es gehe in erster Linie darum, die Menschen zu sensibilisieren, begründete Bäderland-Sprecher Michael Dietel das Vorhaben. Weil jedoch auch immer wieder - egal ob absichtlich oder nicht - Aufnahmen Unbeteiligter ohne deren Wissen in den sozialen Netzwerken landeten, solle die Maßnahme den Badegästen vor allem "die Sorge nehmen, unbemerkt fotografiert zu werden".

Tatsächlich ist es kaum möglich zu unterscheiden, ob das Gegenüber gerade nur eine SMS tippt oder doch gezielt eine andere Person im Visier hat und aufnimmt. Die Hamburger Handy-Sticker sind indes erst einmal als freiwilliges Angebot an die Gäste zu verstehen. Je nach gemachter Erfahrung wolle man diese im weiteren Verlauf dann in allen Bädern einführen, so Dietel gegenüber dem "Abendblatt". Ihm sei jedoch bewusst, dass lückenlose Kontrolle auch nicht möglich sei. 

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