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Konsumforschung: Kaufen, bevor es teurer wird

Die gute Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich stabilisiert und deutet auf ein Anziehen des privaten Konsums in diesem Jahr hin. Mehrwertsteuererhöhung und Fußball-WM spielen dabei eine gewichtige Rolle.

Der monatlich von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) vorausberechnete Konsumklima-Indikator stieg für den Monat April auf 5,1 von revidiert 5,0 Punkten. Die von der GfK befragten rund 2000 Verbraucher bewerteten zwar die Konjunktur mit wachsender Skepsis und schraubten auch ihre Einkommenserwartungen leicht zurück, dafür stieg ihre Neigung zum Kauf langlebiger Güter wie Autos oder Möbel deutlich an. Dabei spielt der GfK zufolge auch eine Rolle, dass sich die Menschen vor der Fußball-WM neue Unterhaltungselektronik wie Fernseher und DVD-Recorder kaufen.

Der April-Wert ist nach Angaben der GfK der höchste seit mehr als vier Jahren. Sollte sich das Konsumklima auf diesem Niveau stabilisieren, sei damit zu rechnen, dass der private Konsum dieses Jahr um bis zu 0,5 Prozent wachsen werde. 2005 hatte der private Konsum zum Vorjahr lediglich stagniert.

Fußball-WM kurbelt Konsum an

Sowohl die Einkommens- als auch die Konjunkturerwartungen der Verbraucher trübten sich in der März-Umfrage leicht ein. Nachdem sich seit Mitte 2005 die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung laufend erhöht hatten, büßte der Indikator im März gut acht Punkte ein. Mit 14 Punkten liegt er aber weiter über dem langjährigen Durchschnitt von Null und deutlich über dem Vorjahreswert von minus 18 Punkten. Die Einkommenserwartungen liegen mit einem Punkt zwar unter dem Vormonatswert von 3,2 Punkten, aber sieben Punkte über dem Vorjahrniveau.

Anders sieht es bei der Anschaffungsneigung aus: Der Indikator stieg um 7,6 auf 19,5 Punkte. Dahinter stehe vor allem ein Vorzieheffekt der für Anfang 2007 geplante Anhebung der Mehrwertsteuer um drei Punkte auf 19 Prozent, erklärte die GfK. Um höheren Preisen zuvor zu kommen, planten die Verbraucher dieses Jahr Anschaffungen und Investitionen, die sie ohne Mehrwertsteuererhöhung weiter in die Zukunft gelegt hätten. Aber auch die Vorfreude auf die Fußballweltmeisterschaft trägt nach Meinung der GfK zu einer erhöhten Konsumbereitschaft bei.

Reuters / Reuters
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