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Mehr als Bauchladen und Stripclub: Die verrücktesten Junggesellenabschiede aller Zeiten

Es soll der letzte Tag in Freiheit für zukünftige Ehepaare sein - doch manchmal läuft so ein Junggesellenabschied so ganz anders als vorher geplant. Der Bräutigam taucht erst gar nicht auf, dafür ein Gast, den keiner kennt.

Männer im Stripclub

So stellt man sich die Junggesellen vor, wenn sie sich einmal in den Stripclub getraut haben 

Sie sind aus den deutschen Großstädten nicht mehr wegzudenken: Die Rudel aus glitzernden Freundinnen, die wild kichernd Kondome verkaufen, und die bis zum Umfallen betrunkenen Männergruppen, die sich laut grölend vor dem Stripclub aufstellen. Junggesellenabschiede gab es angeblich schon bei den alten Griechen, die heute damit verbundenen Traditionen kommen aus den USA und haben sich in den letzten zwanzig Jahren auch in Deutschland durchgesetzt und den Polterabend mehr und mehr ersetzt.

Aber egal, ob der letzte Tag in Freiheit in Deutschland, Griechenland oder den USA gefeiert wird - eine große Menge Alkohol gehört meist dazu. Genauso wie lächerliche Kostüme und zweideutige Geschenke. Doch uns sind Junggesellenabschiede begegnet, die sich von dem als normal angesehenen Wahnsinn abheben: Der vielleicht beste Junggesellenabschied, der ziemlich sicher einsamste und der mit dem Gast, den keiner kannte.

1. Der Rambo-Tag

War das vielleicht der beste Junggesellenabschied aller Zeiten? Zumindest für alle Rambo-Fans sollte das zutreffen. Die Freunde von Dana Saint haben - völlig übertrieben und absolut fantastisch - ihn einen Tag lang in die berühmteste Rolle von Sylvester Stallone schlüpfen lassen. Und zwar mit allem Drum und Dran: rotem Stirnband, wilden Motorradfahrten, Explosionen, Schießereien und einer zu rettenden Frau (die aber leider trotzdem stirbt). 

Dana an seinem Rambo-Tag

Dana als Rambo - als hätte er nie etwas anderes getan

Dana ist seit seiner Kindheit ein großer Rambo-Fan und hat schon damals mit seinen Freunden berühmte Szenen aus den Filmen nachgespielt. Doch für seinen Junggesellenabschied wurde der Dreh professionalisiert, die Männerrunde lernte sogar die Dialoge aus dem ersten Film auswendig. Als Polizisten verkleidet nehmen sie den überraschten Bräutigam in spe zu Beginn des Videos fest, in der nachgebauten Polizeistation verwandelt Dana sich in Rambo - mithilfe einer Lockenperücke, eines schwarzen Unterhemdes und einer Bräunungsdusche. Was danach kommt hat nur noch wenig mit den Heimvideos der Jungs von früher zu tun, sogar ein Sprengstoffexperte ist vor Ort und verleiht dem Rambo-Tag noch mehr Feuer. Es ist nicht wirklich überraschend, dass ein Teil der Freunde in der Filmbranche arbeitet, wie sie auf ihrem Blog verraten. Warum sie sich so unglaublich viel Mühe mit dem Tag und dem Video gegeben haben, erklären die Männer am Ende des Films: Dana sei ein wunderbarer Freund und immer für sie da, er habe nicht weniger als einen solchen Tag verdient. Auf die Männerfreundschaft! 

2. Der Junggesellenabschied ohne Bräutigam

In den USA dauert ein Junggesellenabschied meist mehrere Tage und nicht wie in Deutschland nur einen Tag. Auch Robbie Chernow freute sich auf vier Tage zusammen mit seinen Freunden in Chicago, sie hatten sich ein tolles Programm inklusive Schifffahrt, Stadtbesichtigung und dem Besuch eines Baseballspiels ausgedacht. Doch als Robbie in Chicago eintraf, saßen die restlichen Gäste - einschließlich des zukünftigen Ehemannes - noch am Flughafen fest. Nachdem ihr Flug mehrfach verschoben wurde, fiel er komplett aus.

Robbie entschied sich, das Programm allein durchzuziehen  - und dokumentierte seine einsame Zeit in Chicago in unglaublich komischen Bildern. Unter dem Motto #chicagoforone (Chicago für einen) konnte man ihn auf Instagram begleiten, was Tausende von Menschen taten. Sein trauriges Gesicht blickte innerhalb kurzer Zeit von verschiedenen amerikanischen Internetseiten. Bis der Bräutigam endlich in Chicago eintraf, hatte es Robbie zu einer gewissen Berühmtheit gebracht und wurde auf der Straße erkannt und in die VIP-Bereiche von Clubs eingeladen. Dort feierten die wiedervereinten Freunde dann auch endlich die geplante Party.

Und auch wenn das Chicago-Wochenende nun schon ein paar Tage her ist, berichtet Robbie auf seiner Instagram Seite weiter von seinen Abenteuern ganz allein …

3. Der Gast, den keiner kannte  

Wie bei den meisten Junggesellenabschieden stand am Anfang eine Email. Wer ist alles dabei, was wollen wir machen? Nach dieser ersten Email folgten noch viele, viele weitere bis der Junggesellenabschied von Jeff Minetti komplett geplant war. Der Amerikaner heiratete in diesem Sommer, sein Junggesellenabschied fand im Mai mit all seinen Freunden in Philadelphia statt. Doch bei der allerersten Mail, die Jeffs Trauzeuge schickte, ging etwas schief, vielleicht ein Buchstabendreher, ganz klar ist das noch immer nicht: Joey DiJulio stand auch im Verteiler - ohne den Bräutigam oder einen seiner Freunde jemals gesehen zu haben.

Wochenlang las er die Mails und spielte Mäuschen bei den Vorbereitungen. Mit seinen Freunden machte er Witze darüber, wie es wäre, wenn er einfach bei dem Junggesellenabschied auftauchen würde. Doch Joey wohnt in Seattle - Philadelphia liegt mehr als fünf Flugstunden entfernt. Also outete er sich irgendwann mit einer Email an Jeffs Freunde und wünschte ihnen und dem Bräutigam alles Gute.

An dem Punkt hätte die Geschichte zu Ende sein können. Doch die Männer waren begeistert von der Idee, den eigentlich Fremden in ihre Runde aufzunehmen. "Ich würde sagen, jeder gibt 20 Dollar extra und wir kaufen Joey ein Flugticket!", schrieb einer. Einem anderen fiel die überraschende Ähnlichkeit von Joey und Jeff auf: "Ich habe Joey auf Facebook gefunden und wenn du das wirklich bist, dann siehst du aus als wärst du mit dem Bräutigam verwandt."

Honored to be part of best bachelor party story ever. Congrats Jeff Minetti! And welcome Joey DiJulio to Philly and SugarHouse Casino!

Posted by Jeff Shurilla on Samstag, 28. März 2015

Schließlich schaltete sich der Bräutigam selbst ein und lud Joey zu seiner Hochzeit und dem Junggesellenabschied ein. Die beiden schrieben sich weiter, wurden Freunde. Damit Joey sich den Flug nach Philadelphia leisten konnte, startete er eine Petition auf "Gofundme". Die Presse wurde auf ihn aufmerksam, die geplanten 1264 Dollar kamen schnell zusammen. Joey sammelte weiter und gab das überschüssige Geld - insgesamt nahm er über 8000 Dollar ein - an Jeff und seine Frau, für ihre Flitterwochen in Italien, wo das frisch vermählte Paar sogar den Papst traf. Ja, genau, den Papst. Es wird wohl nicht lange dauern, bis Hollywood diese Geschichte verfilmt.  

vim

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