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Party mit Fremden: Wie ein Tippfehler zum lustigsten Junggesellenabschied des Jahres führte

Ein Amerikaner bekam versehentlich eine Einladung zum Junggesellenabschied eines völlig fremden Mannes, der am anderen Ende des Landes lebte. Im Scherz sagte er sein Kommen zu – und sorgte so für eine wunderbar ungewöhnliche Party.

Bei einem Party-Wochenende im Ski-Resort traf Will Novak unverhofft auf neue Freunde (Symbolfoto)

Bei einem Party-Wochenende im Ski-Resort traf Will Novak unverhofft auf neue Freunde (Symbolfoto)

Unsplash

Will Novak aus Arizona war verwirrt, als ihn eine E-Mail aus Vermont erreichte. Zwischen den US-Staaten liegen etwa 4000 Kilometer Entfernung. Außerdem hatte er keine Ahnung, wer der Absender war, der ihn da unvermittelt zum Junggesellenabschied eines gewissen "Angelo" einlud. Und wer Angelo war, das wusste Will ebenso wenig. Geplant sei ein Wochenende im Skigebiet an der Nordostküste der Vereinigten Staaten, eine wilde Party.

Ganz offenbar war die Nachricht an den falschen Empfänger gegangen. "Ich habe keinen Schimmer, wer Angelo ist", schrieb Will amüsiert zurück. "Ich bin Will Novak und lebe in Arizona. Vermont klingt ziemlich weit weg für den Junggesellenabschied eines Typen, den ich noch nie getroffen habe. Aber abgesehen davon: Ich bin absolut dabei!" Den letzten Satz meinte er natürlich ironisch. Will erwartete darauf auch keine Rückmeldung mehr.

Wie sich später herausstellte, wollten die Freunde von Heiratskandidat Angelo eigentlich ihren Kumpel Bill Novak einladen. Mit B, nicht mit W. Aber wo sie Will schon mal kontaktiert hatten, erhielten die Party-Organisatoren die Einladung aufrecht. Zwei Tage später bekam er erneut eine Nachricht: "Wenn du denkst, wir machen Witze – tun wir nicht. Du kommst besser her, weil wir dich alle unbedingt kennenlernen wollen! Das wird nicht nur ein Wochenende, das Angelo niemals vergessen wird, es wird ganz bestimmt auch eines, das dir lange in Erinnerung bleibt!"

Ganz schön teure Anreise ...

Das klang natürlich verlockend. Aber um bei der Sause in Vermont dabei zu sein, müsste Will einmal quer durchs Land fliegen. Kein billiges Vergnügen. Er wollte sich die ungewöhnliche Veranstaltung dennoch nicht entgehen lassen – und startete prompt eine Gofundme-Kampagne, um die Reisekosten wuppen zu können. Eigentlich bat er bei seinem Crowdfunding nur um 750 Dollar. Doch die Geschichte ging viral und begann, weite Kreise im Internet zu ziehen. Am Ende spendeten Gönner dem 35-Jährigen aus Arizona 4000 Dollar, um mit den Fremden feiern zu können.

Und damit nicht genug. Wills Trip hatte sich herumgesprochen. Als er mit dem Flieger in Boston landete und von dort mit einem Mietwagen zum Skiort fahren wollte, in dem der Junggesellenabschied steigen sollte, gab man ihm statt des bestellten Kleinwagens ohne Aufpreis einen mächtigen Maserati. Der zusätzliche Platz war eine gute Sache – denn eine örtliche Brauerei spendierte Will außerdem zahlreiche Paletten Bier, die er so gut zum Zielort transportieren konnte. Nur eine Sorge hatte der 35-Jährige: Er war seit 20 Jahren nicht mehr Skigefahren!

Das sollte sich aber nicht als ernsthaftes Problem erweisen. Will wurde von den Freunden herzlich empfangen. Und ziemlich überschwänglich: Es gab ein Feuerwerk extra für ihn, und Angelos Heavy-Metal-Band spielte ein Konzert für Will. "Rasant und surreal", sei das Wochenende gewesen, berichtet Will später, und auch ein bisschen "bizarr". Aber für alle Beteiligten wurde dieser ungewöhnliche Junggesellenabschied ein gigantischer Spaß. "Wenn ich darüber nachdenke, könnte ich ganz schön sentimental werden", sagt Will. "Es ist ist eine echte Lehrstunde darin, dem Universum und seinen Mitmenschen offen gegenüberzutreten. Wenn sich eine Tür öffnet, geh einfach durch! Du würdest die Gelegenheiten bereuen, die du nicht ergriffen hast, aber nicht die, die du genutzt hast."

Das Crowdfunding-Geld, das Will nicht für seine Reise ausgegeben hat, schenkte er übrigens Angelo und dessen Verlobter. Als Präsent zur Hochzeit. Die beiden erwarten bald ein Baby und können die finanzielle Unterstützung sicher prima gebrauchen.

Ein Brautpaar sitzt nebeneinander auf Stühlen, sie hält einen Blumenstrauß auf dem Schoß
wt