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Unglaublicher Irrtum: Keine Rente mehr, Krankenkassen-Karte gesperrt: 79-Jährige wurde fälschlich für tot erklärt

Durch einen Fehler bei der Deutschen Rentenversicherung wurde eine Brandenburgerin für tot erklärt – und erfuhr erst, als sie ihrem Bankberater gegenüber saß, von dem schwerwiegenden Missverständnis.

Eine 79-jährige Frau wurde fälschlich für tot erklärt

Eine 79-jährige Frau wurde fälschlich für tot erklärt (Symbolbild)

Unsplash

Als Gundula H. am Bankautomaten in ihrem Heimatort Wusterwitz in Brandenburg Geld abheben wollte, erlebte sie eine unangenehme Überraschung: Der Automat zog ihre EC-Karte ein und spuckte sie nicht wieder aus. Für die 79-Jährige war das erstmal nur ein ärgerlicher Fehler. Da es vor Ort kein Bankpersonal mehr gab, musste sie in den Nachbarort Kirchmöser, um dort ihr Problem zu schildern. Was sie dann allerdings hörte, verschlug der rüstigen Dame den Atem..

Denn die Bank berichtete Gundula H., dass man sie schon seit dem 7. Januar 2019 für verstorben gehalten habe. Eine merkwürdige Situation für die verblüffte Frau und den nicht minder überraschten Bankberater. Der Grund für den äußerst unangenehmen Irrtum: ein Schreiben des Auszahlungsdienstes "Deutsche Post Renten Service" vom 13. Februar 2019, so berichtet die "Märkische Allgemeine". Der Zeitung liegt dieser Brief auch vor. Darin wird der Tod von Gundula H. gemeldet und die Bank zur Rücküberweisung der angeblich überzahlten Witwenrente für den Monat Februar aufgefordert. Entsprechend war das Konto überzogen, ohne dass die 79-Jährige es ahnte.

Gundula H. musste beweisen, dass sie lebt

Da Gundula H. durch ihre leibhaftige Anwesenheit und ihren Personalausweis beweisen konnte, dass sie sehr wohl noch lebt und sich bester Gesundheit erfreut, arrangierte die Bank zügig, dass sie ihre EC-Karte zurückerhielt. Doch dem eigentlichen Problem war die empörte Brandenburgerin damit noch nicht auf den Grund gegangen. Wie war der Rentenservice auf die Idee gekommen, sie sei tot? Auf ihre Nachfrage verwies man sie an den "Deutsche Rentenversicherung Bund" in Berlin.

Also wandte die 79-Jährige sich schriftlich dorthin. "Hiermit möchte ich Ihnen mitteilen, dass es sich um einen Irrtum handelt. Ich bin noch am Leben. Bitte beheben Sie alle Unannehmlichkeiten, die mit mir entstanden sind. Anbei mein Personalausweis", schrieb sie der Rentenversicherung. Die nahm sich mehrere Tage Zeit, den Fall "zu prüfen" – und kam dann ebenfalls zu der Erkenntnis, dass Gundula H. keineswegs verstorben war. Man entschuldigte sich bei ihr, auch ihre finanziellen Bezüge erhielt sie wieder. Was sie allerdings nicht bekam: eine Erklärung für den fatalen Fehler.

Zum genauen Hergang will sich niemand äußern

Es hieß lediglich lapidar, man habe Versichertennummern vertauscht – ein schlichter Check von Namen und Adresse der Versicherten hätte diesen peinlichen Fauxpas allerdings verhindern können. "Wir sind für die Behörden nur noch Nummern", ärgerte sich Gundula H. im Gespräch mit der "Ostsee-Zeitung". Und ihr Ärger war noch nicht vorbei, obwohl alles geklärt schien. Als sie am Montag einen Arzttermin wahrnehmen wollte, wurde ihr verkündet, dass ihre Krankenkassen-Karte nicht mehr gültig sei. Auch dort war die falsche Todesnachricht angekommen. H. muss nun darauf warten, eine neue Karte zu erhalten – ein schnelles Entsperren war offenbar nicht möglich.

All dieser Ärger und der unerwartete Schreck durch die falsche Todesnachricht hätten der 79-Jährigen wohl erspart werden können, hätte bei der Deutschen Rentenversicherung jemand sorgfältiger gearbeitet.

Quelle: "Ostsee-Zeitung"

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wt

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