VG-Wort Pixel

Australien Nicht mehr "Mama" und "Papa": Initiative will geschlechtergerechte Sprache an Schulen durchsetzen

Schulkinder auf dem Weg in ihre Klasse (Symbolbild)
Schulkinder auf dem Weg in ihre Klasse (Symbolbild)
© FamVeld / Getty Images
Im Süden Australiens setzt sich eine Gesundheitsinitiative für mehr Diversität und Geschlechtergerechtigkeit in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Sportvereinen ein. Ihre Ideen sind weitreichend.

Schulen und Sportvereine im Süden von Australien wird demnächst eine ungewöhnliche Forderung erreichen: Eine Gesundheitsinitiative aus der Region – das Netzwerk für medizinische Grundversorgung Nord-West-Melbourne (North Western Melbourne Primary Health Network) – möchte dafür sorgen, dass dort keine geschlechtsspezifischen Begriffe wie "Mama", "Papa", boyfriend oder girlfriend (Freund, Freundin) benutzt werden.

Unter dem Motto #SpeakingUpSpeaksVolumes (Es ist wichtig, sich lautstark zu äußern) wollen die Gesundheitsexperten mehr Diversität und Geschlechtergerechtigkeit in öffentliche Einrichtungen tragen. So befürworten sie den Ausbau von Unisex-Toiletten, den Aufbau von Sportmannschaften, die nicht nach Geschlechtern getrennt sind, und das Anbringen von Regenbogenflaggen in Schulgebäuden. Teil der Kampagne ist auch eine Broschüre für Schulleiter:innen, Verantwortliche in Sportvereinen und Lehrkräfte. Darin taucht der Hinweis auf eine inklusive Sprache auf.

Mehr Diversität und Geschlechtergerechtigkeit

Wie die "Herald Sun" berichtet, gehe aus dem Material hervor, dass "geschlechtsspezifische Begriffe" möglichst vermieden werden sollten. Lieber "Elternteil" als "Mutter" oder "Vater" benutzen, lieber "Partner" als "Freund" oder "Freundin". Die Schüler sollen außerdem gefragt werden, mit welchen Pronomen (also "sie", "er", "they") sie angesprochen werden möchten, unabhängig von ihrem biologischen Geschlecht.

Diese Forderungen stoßen in ihrer Direktheit nicht bei allen Beteiligten auf Begeisterung. Allerdings handelt es sich bei der Kampagne für mehr Diversität nicht um strikte Vorgaben, sondern lediglich um Anregungen und Vorschläge. Ob diese zu hundert Prozent umgesetzt werden, liegt weiterhin bei den Schulen und Vereinen.

Quellen:   "News.com.au""Herald Sun"

wt

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker