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Draußen im Grünen Minze schneiden und pflegen: So bändigen Sie das störrische Heilkraut

Minze pflegen: Frau schneidet mit der Schere einen Stängel Pfefferminze ab
Minze ist nicht nur unglaublich aromatisch, sondern auch wild und störrisch. Wann und wie man die Heilpflanze richtig schneidet und warum sie so schwer zu bändigen ist. 
© vavlt / Getty Images
Kaum eine Heilpflanze ist so vielseitig wie die Minze. Deshalb fehlen die Pfefferminze oder eine ihrer Artgenossen in kaum einem Kräuterbeet. Doch Minze ist zwar pflegeleicht, aber auch störrisch. So schneiden und pflegen Sie das aromatische Kraut.

Müsste man der beliebten Pfefferminze drei menschliche Charakterzüge anheften, träfen es willensstark, durchsetzungsfähig und pflegeleicht am besten. Die meisten Kleingärtner lieben die vielseitige und aromatische Heilpflanze – verfluchen sie aber immer dann, wenn sie sich ihren Weg in Gefilde des Gartens bahnt, in denen sie nichts zu suchen hat. Vor allem im Herbst und Winter lässt die Minze ihren ganzen Charme spielen.

Das Wichtigste über eine wunderbare Hassliebe und Tipps, wie man Pfefferminze mit ihrem unbändigen Wachstum im Zaum halten kann, lesen Sie im folgenden Artikel.

Einmal angepflanzt, wirft die robuste Pfefferminze so leicht nichts aus der Bahn. An einem hellen Standort auf lockerem und feuchtem Boden gedeiht die Pflanze in der Regel ohne größeres Zutun. Nur bei längerer Trockenheit freut sie sich über den einen oder anderen Schluck zusätzliches Wasser – wenn möglich aus der Regentonne. Ein sicheres Zeichen dafür, dass die Wurzeln "auf dem Trockenen sitzen", sind schlapp herunter hängende Blätter und krumme Stängel. Ansonsten ist Minze im Allgemeinen und die Pfefferminze im Speziellen nicht sonderlich pflegebedürftig. Steht sie auf humusreichem Boden, gedeiht sie auch ohne Dünger sehr gut.

Minze schneiden: Vor der Blüte und dem Winter

In der Regel sollte Minze, also auch Pfefferminze, in einem Gartenjahr genau zwei Mal geschnitten werden. Und zwar bodennah. Die erste Radikalkur ist fällig, bevor die Pflanze blüht. In der Regel bringt die Pfefferminze ihre zart-rosa-farbenen Blüten im Juni und Juli hervor. Schneiden Sie die Stängel mit einem scharfen Messer oder einer Schere maximal zwei Zentimeter über dem Boden ab – in jedem Fall aber so, dass noch ein Blattpaar an jedem Stängel verbleibt. Dann treibt die Pflanze binnen Tagen wieder neu und kräftig aus. Zudem verhindert man, dass die Blüten das Aroma aus den Blättern saugen.

Tipp: Wer Pfefferminze trocknen und für heiße Tees vor dem Kamin aufbewahren will, sollte die Blätter des ersten Rückschnitts verwenden. Diese sollen besonders viele ätherische Öle enthalten.

Der zweite Rückschnitt wird vor der Winterruhe, im Laufe des Novembers, gesetzt. Hier brauchen Sie keine Rücksicht auf die Blätter zu nehmen. Die Stängel werden konsequent knapp über dem Boden gekappt, damit sie später wieder mit voller Kraft austreiben.

Minze schneiden Schritt für Schritt

  • Scharfes Messer oder Schere bereithalten
  • Juni/Juli: Stängel auf zwei Zentimeter über Boden abkürzen (vor Blüte)
  • November: Stängel radikal in Bodennähe kappen (nach später Blüte/vor Winterruhe) 
  • unerwünschte Seitenausläufer mit einem Spaten abstechen

Tipp: Wer die sogenannte Selbstaussaat der ausgesprochen vermehrungsfreudigen Pfefferminze verhindern will, sollte den zweiten Rückschnitt auf etwa Ende August vorverlegen. Denn: Blüht die Minze ein zweites Mal streut der Wind ihre Samen im Beet und – noch viel ärgerlicher – darüber hinaus. 

Minze im Garten bändigen: Mit Geduld und Spaten

Wie bereits erwähnt, gehört die Minze zu den Staudenpflanzen, die sich nicht gern in einem Beet einsperren lassen. Mit ihren Seitenausläufern, den Rhizomen, bahnt sich die Minze unter der Erde unbeirrt ihren Weg und breitet sich unkontrolliert aus. Es sei denn man legt sich mit "Mentha x piperita", so heißt die Pfefferminze bei Botanikern, an. Dazu braucht es neben einem soliden Spaten und zwei kräftigen Händen vor allem eins: einen langen Atem. Denn selbst von gewöhnlichen Zäunen und Beeteinfassungen aus Steinen lässt sich die umtriebige Heilpflanze meist nur kurz einschüchtern. Schon nach wenigen Wochen melden sich die ersten jungen Triebe zurück und stecken ihre Köpfe an einer anderen Stelle des Gartens aus dem Boden. Konsequentes Einsperren und das radikale Abstechen mit dem Spaten, sind deshalb die einzigen echten Waffen gegen den Ausbrecher. Achten Sie darauf, nicht mehrere Minzen in einem Beet zu vereinen. Das spornt die unterschiedlichen Sorten beim Wandern durch den Garten zusätzlich an.

Quellen: "gartentipps.com"; Gartenjournal; "plantura.garten"; "baldur-garten.de"


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