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Riskante Kinderprodukte: Wie Sie gefährliches Spielzeug erkennen

25 Prozent aller mechanischen Kinderspielzeuge sind nicht sicher und müssen aus dem Verkehr gezogen werden, hat eine EU-Studie ergeben. Hier erklären wir Ihnen, wie Sie riskante Produkte erkennen und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Kleinkinder erkunden die Welt mit dem Mund. Daher gibt es für Spielzeuge strenge Vorschriften, welche Stoffe sie nicht enthalten dürfen. Dennoch gelangen in Europa viele gefährliche Kinderprodukte in den Handel, wie eine Studie der EU zeigt. Hier erklären wir Ihnen, worauf Sie beim Spielzeugkauf achten sollten.

Welche Voraussetzungen muss Spielzeug laut Gesetz erfüllen?

Spielzeuge dürfen unter anderem keine scharfen Kanten oder verschluckbare Teile haben. Elektrische Spielzeuge dürfen nur mit einer bestimmten Spannung betrieben werden, zahlreiche Schadstoffe sind verboten. Die Gesetze sind aber uneinheitlich und lückenhaft - bei vielen Schadstoffen gibt es keine Regelung.

Woran erkennt man, ob ein Spielzeug wenigstens die gesetzlichen Vorgaben erfüllt?

Wichtig ist hier vor allem das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit. Es wird von unabhängigen Stellen, etwa dem TÜV, für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben vergeben. Wichtig ist, dass neben dem Zeichen die Prüfinstitution angegeben ist. Fehlt diese, kann es sich um ein gefälschtes Siegel handeln.

Gibt es noch andere vertrauenswürdige Sicherheitssiegel?

Neben dem GS-Zeichen gibt es noch hilfreiche Spezialsiegel etwa für Textilqualität (ÖkoTex Standard 100), elektrische Sicherheit (VDE) oder pädagogische Eignung (Spiel gut). Das CE-Siegel der EU dagegen, das auf vielen Spielzeugen prangt, hilft wenig, weil es vom Hersteller angebracht wird und keiner Kontrolle unterliegt.

Was ist speziell bei Kunststoff-Spielzeug zu beachten?

Plastik-Spielzeug sollte frei von PVC (Polyvinylchlorid) und Weichmachern (Phthalaten) sein. PVC ist ein Kunststoff, der eigentlich hart und spröde ist. Erst durch die Zugabe von Weichmachern und Stabilisatoren wird er weich und formbar und lässt sich für die Produktion von Plastik-Spielzeug verwenden. PVC und Weichmacher können schädlich für das Kind sein, wenn es sie verschluckt oder das Spielzeug in den Mund nimmt. Besser sind PP (Poly-Propylen) oder PE (Poly-Ethylen). Oft ist die Kunststoffart mit Zahlen von 1 bis 7 in einem Dreieck auf dem Produkt verschlüsselt. Hier steht die 3 für PVC. Die Kunststoffe der anderen Zahlen gelten als kaum bedenklich. Vorsicht gilt vor allem bei Billig-Spielzeug: Dort werden immer wieder hohe Konzentrationen giftiger Weichmacher entdeckt. Bei Spielzeug für Kinder unter drei Jahren ist die Verwendung des Weichmachers DEHP verboten.

Ist Holzspielzeug generell unbedenklich?

Auch Holzspielzeug kann Schadstoffe enthalten. Verbraucher sollten zu unlackiertem, gewachstem Holz greifen. Vollholz ist besser als geklebtes Holz aus Pressspan oder Sperrholz, das ebenfalls Schadstoffe enthalten kann.

Wie erkennt man, woher das Spielzeug kommt?

Mehr als die Hälfte der Spielwaren in Deutschland stammt aus China. Hersteller müssen nicht angeben, wo ein Spielzeug produziert wurde. Vertrauenswürdige Firmen aber geben meist neben ihrer Adresse auch das Ursprungsland auf der Verpackung an. Produkte ohne Herstellerangabe sollten nicht gekauft werden.

Was kann ich im Laden sonst noch tun?

Verbraucherschützer empfehlen, im Geschäft kleine Tests durchzuführen. So könnten Käufer überprüfen, ob ein Spielzeug auf der Haut abfärbt oder ob es unangenehm riecht. Beides kann ein Hinweis auf Schadstoffbelastung sein. Die Qualität kann auch durch andere einfache Tests wie Zupfen an einem Plüschtier getestet werden. Auch sollte geprüft werden, ob sich Kleinteile leicht ablösen.

Was kann man tun, wenn man gefährliche Mängel bei einem Spielzeug feststellt?

Wer einen Defekt feststellt, sollte in das Geschäft gehen, wo er das Spielzeug gekauft hat. Wer glaubt, von einem Spielzeug gehe ganz generell eine Gefahr aus, kann dies bei den Gewerbeaufsichtsämtern seines Bundeslandes melden.

AFP/vr / AFP
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