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Netz-Hit: Grundschülerin korrigiert Lückentext: "Manche Familien bestehen aus zwei Papas"

Eine Familie hat aus Vater, Mutter und Kindern zu bestehen? Gar nicht, findet eine Grundschülerin aus Berlin - und zerlegt einen Lückentext, dessen Familienbild ihr zu stereotyp erscheint.

Die Schülerin hat sich bei dieser Aufgabe offenbar Gedanken gemacht

Die Schülerin hatte sich bei dieser Aufgabe offenbar Gedanken gemacht

Wie sieht eine Familie aus? Ginge es nach dem Lückentext, der Berliner Schülern kürzlich vorgelegt wurde, wäre die Sache klar: Mutter, Vater, Kinder. Das klassische Bild.

Doch die Realität sieht heutzutage oft anders aus. Sie ist häufig komplizierter, komplexer und vor allem: vielseitiger. Dass klassische Stererotype da nicht mehr ausreichen, ist selbst manchem Kind schon ganz früh klar. Und dass alternative Modelle auch für die Kleinsten gar nicht so seltsam und schwer zu begreifen sind, legt der Tweet eines Vaters dar.

Twitter-Nutzer Niko Kappe teilte im Netz das Foto der Aufgabe, die seine Tochter in der Schule lösen sollte: Ein Lückentext, in den Schüler Worte einsetzen, um Rechtschreibung und Textverständnis zu üben. Im besten Fall soll der Inhalt des Textes auch noch Wissen vermitteln. Nur ging das, so fand zumindest die Grundschülerin, diesmal ein bisschen schief.

Foto wurde tausendfach geteilt

Beflissen machte sich das Mädchen daran, den Text zu verbessern. Was da eigentlich stehen sollte, entspricht einem sehr traditionellen Familienbild: "Eine Familie besteht aus dem V[ater], der M[utter] und den K[indern]." Die Schülerin fand hier einen entscheidenden Fehler - und änderte den Satz kurzerhand: "Manche Familien bestehen aus dem Vater, der Mutter und den Kindern", verbesserte sie und führte unter der Aufgabe in ungelenker Schrift genauer aus, was sie meint: "Manche Familien", erklärt sie dort, bestünden nämlich auch "aus zwei Papas und Kindern oder aus zwei Mamas."

Der Vater ist ob der derart gelösten Aufgabe sichtlich stolz. "Meine Tochter hat den heteronormativen, konservativen Lückentext-Arbeitsblättern gestern den Kampf angesagt<3", schreibt er in seinem Tweet.


Das Foto der Aufgabe wurde im Netz bereits tausendfach geliked und geteilt. Gegenüber dem "Hamburger Abendblatt" wehrt sich der Vater gegen Vorwürfe, er habe seinem Kind die Antwort diktiert. "Es reicht, wenn das Nachbarskind zwei Mamas hat und der Erzieher in der Kita mit einem Mann zusammenlebt", sagte er demnach. "Das ist die aktuelle Lebenswelt, der dieser Arbeitsbogen nicht gerecht wird." Die Lehrerin wolle das Thema im Unterricht jetzt vertiefen.

car
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