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#hotpantsverbot: Schule will Mädchen sexy Kleidung verbieten

Kaum ist es heiß, schon werden Hosen und T-Shirts kürzer. Zu kurz, wie die Lehrerinnen und Lehrer einer Schule im Schwarzwald finden: Sie wollen luftig gekleideten Schülerinnen XXL-T-Shirts verordnen. Im Internet stößt das auf wenig Verständnis.

Kurze Hosen - eigentlich eine schöne Sache bei Hitze. Oder etwa doch nicht?

Kurze Hosen - eigentlich eine schöne Sache bei Hitze. Oder etwa doch nicht?

Sommer, Sonnenschein, endlich ist es warm in Deutschland. Doch für eine Werkrealschule im Schwarzwald fing mit dem heißen Wetter der Ärger erst richtig an. Weil ihre Schülerinnen mit zunehmender Wärme immer spärlichere Bekleidung trugen, fordern die Lehrer fürs kommende Schuljahr eine Kleiderordnung - und wollten sich kurzfristig mit einer umstrittenen Notmaßnahme behelfen: "Wer zu aufreizend gekleidet ist (zum Beispiel bauchfreies Shirt, Hotpants ...), der bekommt von der Schule ein großes T-Shirt gestellt, das er/sie sich bis zum Schultagsende anziehen muss."

So steht es in einem Brief, der am Freitag an die Eltern rausging und in dem die Regeln erklärt werden, die ab diesem Montag gelten sollen. Laut einem Bericht des "Schwarzwälder Boten" ging die Initiative nicht von der Rektorin, sondern von den Lehrerinnen und Lehrern aus. "Für mich persönlich war das jetzt eigentlich nicht so ein dringendes Thema", sagte die Schulleiterin im Gespräch mit der Zeitung. "Doch meine Kollegen haben mich gebeten, dringend zu handeln." Viele männlichen Lehrer wüssten nicht, wie sie ihre Schülerinnen auf das Thema ansprechen sollten.

Im Netz sorgt die Maßnahme unter dem Hashtag #hotpantsverbot für viel Aufregung. Die Bloggerin Anne Wizorek, die bereits mit #aufschrei das Problem Alltagssexismus thematisiert hat, postete den kompletten Brief und schrieb dazu "So viel zu gesellschaftlichen Werten ..." Sie kritisierte, dass - trotz zum Teil geschlechtsneutraler Formulierungen - es offenbar allein um Mädchenkleidung geht.


Auch andere Nutzer machten ihrem Ärger online Luft. Manche kritisieren die Idee der Zwangsbekleidung ganz überhaupt. Vielen aber stößt vor allem die dahinter stehende Denkweise auf - dass nämlich Mädchen und Frauen für das Verhalten und die Gedanken der Männer verantwortlich gemacht werden.


car
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