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Studie: Jeder dritte Lehrer zeigt "burn-out"-Symptome

30 Prozent der Lehrer in Deutschland zeigen deutliche Symptome des Ausgebranntseins: Sie haben resigniert, zeigen ein verringertes Engagement, sind unzufrieden und niedergeschlagen.

30 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland zeigen deutliche Symptome des Ausgebranntseins: Sie haben resigniert, zeigen ein verringertes Engagement, sind unzufrieden, niedergeschlagen, wenig widerstandsfähig und halten sich auch nicht mehr für geeignet, ihren Beruf auszuüben. Weitere 30 Prozent gefährden ihre Gesundheit durch extreme Selbstüberforderung, ohne diesen Belastungen tatsächlich gewachsen zu sein. Dies sind Ergebnisse einer deutschlandweiten Befragung von rund 7.000 Pädagogen aller Schulformen.

Durchgeführt und ausgewertet wurde die am Mittwoch in Berlin vorgestellte Untersuchung vom Potsdamer Psychologieprofessor Uwe Schaarschmidt. Auftraggeber waren der Deutsche Beamtenbund (DBB) und seine fünf Lehrergewerkschaften.

Belastende Faktoren: schwierige Schüler und die Klassenstärke

Die beiden Risikogruppen sind der Untersuchung zufolge in der Lehrerschaft mit zusammen mehr als 50 Prozent größer als in vergleichbaren Berufsgruppen mit psychosozialen Belastungen. Befragt worden waren auch rund 5.000 Beschäftigte in den Bereichen Pflege, Polizei, Strafvollzug und Feuerwehr. Zu den Risikogruppen gehören insbesondere Lehrerinnen und in der Regel auch bereits die jüngeren Lehrkräfte. In der Grundschule und im Gymnasium ist die Gruppe mit Selbstüberforderung stärker, in der Hauptschule die mit "burn-out"-Symptomen. Als die zwei belastendsten Faktoren nannten die befragten Lehrkräfte das Verhalten schwieriger Schüler und die Klassenstärke.

Zu den Ursachen dieser Befunde, die meist auch die Ursache für gesundheitliche Probleme von Herz-Kreislauf-Beschwerden bis zu Magen-Darm-Störungen sind, zählt der Potsdamer Wissenschaftler auch die Umstände der Berufswahl. "Unter den Lehramtsstudenten sind zu viele, die nicht Lehrer werden sollten", sagte Schaarschmidt. Sie seien den Anforderungen des Lehrerberufes nicht gewachsen. Notwendig sei, den Interessenten vor Studienbeginn ein realistisches Bild des Lehrerberufes zu vermitteln. In der pädagogischen Ausbildung selbst müsse mehr Wert auf Konfliktbewältigung und Strategien zum Umgang mit schwierigen Schülern gelegt werden.

Statt "faule Hunde" viele "arme Schweine"

Nach Ansicht des DBB-Vorsitzenden Erhard Geyer zeigt die Studie eine deutliche Diskrepanz zwischen der öffentlichen Meinung über den Lehrerberuf und der tatsächlichen Situation der Pädagoginnen und Pädagogen. "Den 'faulen Hunden' in der Fantasie vieler Kritiker stehen viele 'arme Schweine' in der pädagogischen Realität gegenüber", sagte Geyer. Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Ludwig Eckinger, wies darauf hin, dass 90 Prozent der Lehrkräfte ihren Beruf vor Erreichen der Altersgrenze aufgeben müssen, meist aus gesundheitlichen Gründen.

DBB-Vize Peter Heesen warnte die Politik davor, die Belastungen der Lehrer etwa durch Erhöhung der Zahl der Unterrichtsstunden weiter zu vergrößern. Notwendig seien sofortige schulische Maßnahmen zur Erleichterung des Arbeitsalltags der Pädagogen sowie eine bessere Aufklärung über die Anforderungen des Berufes bei der Nachwuchsgewinnung.

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