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Studie: Stadtkinder sind ärmer als Landkinder

Die Arbeitslosenzahlen sind hoch, die der Sozialhilfeempfänger ebenso. Besonders betroffen vom Leben an der Armutsgrenze sind Kinder - mancherorts sogar jedes vierte.

Kinder in Städten müssen besonders oft von Sozialhilfe leben. In Bremerhaven - der Stadt mit dem höchsten Anteil an Sozialhilfe-Empfängern - war 2004 jeder achte Bürger auf Sozialhilfe angewiesen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Dabei lebte aber sogar mehr als jedes vierte Kind unter 15 Jahren von der Sozialhilfe.

Auch im Bundesschnitt war der Anteil der auf Sozialhilfe angewiesenen Kinder mit 8,1 Prozent mehr als doppelt so hoch wie die Sozialhilfeqoute von insgesamt 3,5 Prozent. Die niedrigste Empfängerquote hatte der Kreis Unterallgäu mit insgesamt 0,4 Prozent, wobei hier auch nur 0,7 Prozent der Kinder unter 15 Jahren von Sozialhilfe lebten. "Das Risiko für Kinder in Bremerhaven, auf Sozialhilfe angewiesen zu sein, ist somit etwa vierzig Mal so hoch wie für Kinder im Unterallgäu", sagten die Statistiker.

Große Unterschiede zwischen Stadt und Land

Auch in Kassel und Offenbach lag der Anteil der Sozialhilfe-Empfänger mit weit über neun Prozent der Gesamtbevölkerung deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Auch in diesen Städten war der Anteil der betroffenen Kinder jeweils mehr als doppelt so groß. Generell lebten dem Statistikamt zufolge in Städten in Westdeutschland besonders viele Menschen von Sozialhilfe, in den Landkreisen in den wohlhabenden Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg dagegen besonders wenige.

Der überwiegende Teil der Sozialhilfe-Empfänger wurde dem Amt zufolge 2004 zum letzten Mal in der Sozialhilfestatistik erfasst, da ab Januar 2005 die meisten Unterstützung nach den Regeln des Arbeitslosengeld II bekamen.

Reuters / Reuters
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