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Gutes aus dem Küchengarten: Duisburg warnt vor verseuchten Gartenböden

Die Böden in unseren Städten können keinesfalls einfach als Garten genutzt werden. Denn im urbanen Raum können Belastungen durch Deponien oder Abflussrohre nicht ausgeschlossen werden.

In dieser Woche fiel mir eine Schlagzeile in den Medien auf. Die Stadt Duisburg warnt vor Gemüse aus einem eigenen Küchengarten, denn zwei Drittel der Böden der Stadt sind mit Schwermetallen und gesundheitsbedenklichen Stoffen belastet.

Schwermetallbelastungen sind für Küchengärtner ein Thema, das es zu berücksichtigen gilt. Wer sich nicht sicher ist, was mit dem Boden unter seinen oder ihren Füßen in der Vergangenheit passiert war, der sollte wirklich eine Bodenprobe in Erwägung ziehen.

Mir ist bekannt, dass die Anlage des Stadtgartens in Berlin Tempelhof nur in Hochbeeten oder anderen Behältnissen möglich war und zulässig ist. Das ehemalige Flugfeld ist mit Schadstoffen belastet. Die sollten nicht im Gemüse landen.

Auch ich weiß um einen aufgelassenen Garten in direkter Nachbarschaft, von dem einige bedenkliche Fakten erzählt werden. Im Gebäude, das auf diesem Grundstück steht, war viele Jahre eine chemische Textil-Reinigung untergebracht. Die Abwässer gingen übers Grundstück und weiter in eine Sickergrube auf meinen Platz.

Gut, dass ich hier alles mit selbst importierter und aufbereiteter Erde bzw. in Töpfen und Gefäßen anbaute. Denn dieses kleine Detail der Abwässer hin zu meinem Platz erfuhr ich erst jetzt! Die Sickergrube gibt es schon viele Jahre nicht mehr. Was ist aber mit dem Boden? War die Grube dicht? Dichtheitsprüfungen gab es bestimmt nicht in dieser Genauigkeit vor vierzig Jahren.

Was sehe ich? Viele Menschen sprechen über diese scheinbar nebensächlichen Details nur wenig. Es geht schließlich um Altlasten und um Deponien, die irgendwann im Jahre Schnee bestanden hatten. Oder um ein Rohr, durch welches eben etwas abgeleitet wurde. Da besteht eine gefährliche Unbekümmertheit vor allem bei der älteren Bevölkerung zu diesem Thema. Und die Jungen, die wissen nichts davon, weil die Alten nichts erzählen.

Für mich das Fazit daraus: Höre dich um, frag so viele Menschen wie möglich, wenn du einen Garten ins Auge fasst, diesen zum Gemüsegarten auszubauen. Besonders, wenn es sich um ein vernachlässigtes Grundstück handelt, das so keiner wirklich haben will. Leiste dir im Zweifelsfall eine Bodenprobe und frage bei den Umweltämtern nach. Die wissen meist, wo Schadstoffe und Altlasten deponiert wurden und verfügen über Pläne dazu. Wenn die sich weigern sollten, dann frage an der regionalen oder nächstgelegenen Universität, an Instituten für Ökologie, Geografie, Umweltwissenschaften etc. an. Die beschäftigen sich mit solchen Themen und können bestimmt weiterhelfen.

Was als gute Idee zur Förderung des eigenen Wohlbefindens beginnt, sollte schließlich nicht mit einer gesundheitlichen Belastung durch Schadstoffe im Boden enden. Auf Duisburg zurückzukommen: Meiner Meinung nach könnte man den Menschen dort mit Hochbeeten und Kistenkonstruktionen unter die Arme greifen. Wenn schon das Problem zwei Drittel der Stadtfläche betrifft. Denn das Abtragen von über einem halben Meter Erdreich, um dann darauf frischen Humus für den Garten aufzutragen, ist eine kostspielige Angelegenheit.

Also gilt es Fragen zu stellen, und nicht alles gleich zu glauben, was einem in Sachen Boden und Gartenmöglichkeiten erzählt wird. Ein kritischer Blick lohnt sich allemal. Auch ein Blick in die Zeitung, damit solche Meldungen wie jene über Duisburg einem auch auffallen.