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Gutes aus dem Küchengarten: Jedem Stadtteil seinen Garten – Teil 1

Ein Blick ins Archiv meiner bisherigen Blogs zeigt, da schrieb ich doch schon früher übers Küchengarteln. Hier der erste Teil eines Beitrages vom Vorjahr über die Gemeinschaftsgärten in Graz.

Der folgende Text erschien im April 2013 auf meinem ersten Blog "simple leben" unter dem Titel "Jedem Stadtteil sein Garten" in drei Teilen:

Ich habe mir vergangenes Wochenende das Urban Gardening in Graz angesehen. Dort sind seit rund fünf Jahren mehrere Stadtgarten-Projekte entstanden.

Die Zielsetzungen wurden dabei unterschiedlich angelegt: Einerseits gibt es Gärten für sozial Schwache, andererseits verstehen sich solche auch als eine Art "Migranten-Projekt" mit interkulturellem Handeln. Aber auch die Tatsache, dass wir Freiland im Stadtraum nur geschliffen und optisch elegant präsentiert nützen, das Stadtleben selbst den Menschen eher vereinsamt statt soziale Strukturen zu entwickeln, sind Gründe für solche Gartenprojekte.

Also ging es für mich am ersten Tag gleich zu einem studentischen Projekt, direkt im Uni-Viertel von Graz gelegen.

Alois erzählt, wie es zum Gemeinschaftsgarten "Allmende Leech" kam.

Mit Alois und einer Studentin des Gemeinschaftsgartens "Allmende Leech" traf ich mich am Samstag. Dieses Gartenprojekt wurde von der katholischen Hochschulgemeinde der Diözese Graz ermöglicht. Alois ist Hochschulseelsorger und die Studierenden wollten ein Gartenprojekt machen. Der Platz dazu war vorhanden: Das Grundstück um die Leechkirche. Aus der Idee entstand vergangenes Jahr (Anm.: im Jahr 2012) die "Allmende Leech" in der Zinzendorfgasse, im Univiertel. Dort ist jeder willkommen - man kann im Garten arbeiten, ernten für den Eigenbedarf oder einfach nur mal ausspannen und auch für eine Prüfung lernen. Der Garten ist im Hinterhof der Kirche angelegt worden, zwischen den Häuserreihen.

Im Hintergrund dieses Fotos seht ihr den Vorgarten dieses Gemeinschaftsprojektes. Ich selbst kann mich an diesen Platz nur als ein mit Plakatwänden verstelltes Areal erinnern. Heute ist hier ein Garten, ein Café, eine grüne Insel mitten in der Stadt.

Der Niesenbergergarten ist kunterbuntes Gemeinschaftsgarteln im Griesviertel in Graz.

Danach besuchte ich den Garten in der Niesenbergergasse - ein Stadtteil von Graz in der Nähe des Hauptbahnhofes. Dieser Gemeinschaftsgarten ist Teil des Kulturzentrums Niesenberger und ein Projekt von Sascha Vanicek bzw. des Kulturkompetenzzentrums Annenstraße, die Niese.

Ich treffe Sascha im Garten persönlich an und er erzählt mir, er sei auf die Idee eines solchen Gartens in Burkina Faso, in Westafrika gekommen. Eine Studienreise inspirierte den Biologiestudenten zu diesem Gartenprojekt. Sascha gefällt es nicht, wie in der westlichen Welt mit Menschen und Freiraum umgegangen wird. Der offene Garten in der Niesenbergergasse ist eine vielleicht auch trotzige Reaktion auf unsere Unachtsamkeit gegenüber dem Leben selbst - diesen Eindruck gewinne ich zumindest an diesem Ort.

Vertikal-Kultur im Niesenberger Garten.

Im Hintergrund seht ihr die Mauer an der Zufahrtsstraße zum Niesenberger Garten: Grafitti bringt Farbe in diese doch etwas trostlos erscheinende Gasse. Der Garten wartet derzeit aufs Frühjahr, die Hochbeete müssen erst bepflanzt werden. Wie ihr seht, wird hier mit jedwedem Material gearbeitet, welches sich zu einem Hochbeet oder einem Pflanzgefäß eignet.

Der Garten wird mit Methoden der Permakultur bewirtschaftet und versorgt 15 Personen - junge und ältere Menschen - übers Jahr mit Gemüse.

Sascha meinte zu mir, in Burkina Faso lebe man von der Stadt. Das ist wohl auch die Grundtendenz des Gartenprojektes in der Niesenbergergasse in Graz. Man soll hier von der Stadt leben.

Ich denke über Saschas Aussagen nach. Ja, wir leben anscheinend in unserer westlichen Welt zu wenig von der Stadt. Vielmehr lebt die Stadt von uns, und der Mensch kommt dabei unter die Räder. Die Stadt saugt uns aus, kostet Kraft und Energie, belastet unsere Umwelt, das Wasser, die Luft und verbraucht Landschaft. Versiegelt diese und zerstört dabei auch noch das, was das Menschsein ausmacht: unsere Seelen. Jedenfalls ist das mein Fazit von diesem ersten Tag bei den studentischen Gartenprojekten in Graz.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.