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GESPERRT! Weinkolumne: Tapfere Schwaben

Drei Musketiere werden diese Woche für die Ehre des deutschen Rotweins kämpfen: Einer für alle, alle für einen!

Von Cornelius und Fabian Lange

Unser tapferes Trio aus Schwaben kriegt so schnell keine weichen Knie, schon gar nicht bei einer Gans aus dem Rohr. Weil der Winzer Hans Hengerer diese Rotweine nicht filtert, haben sie mehr Aroma und schmecken nachhaltiger.

Samtrot klingt gut und schmeckt auch so, diese Rebsorte ist eng mit dem Spätburgunder verwandt. In der Nase klopft der Wein mit Preiselbeeren und Waldfrüchten an, um sich im Mund mit vitalen Himbeerund Kirscharomen zu Wort zu melden.

Die Cuvée Maximilian sattelt noch eins drauf: Diese intelligente Komposition aus Merlot, Spätburgunder, Lemberger und Cabernet ist weit mehr als nur die Summe ihrer Einzelteile. Der Rote eröffnet sein Nasenspiel elegant mit Kirsch- und Nelkendüften und trumpft am Gaumen mit feinen Gerbstoffen auf, die die Brombeeraromen seidig unterlegen.

Hengerers Maximilian durfte in Barriques reifen, fällt dabei aber zum Glück nicht holzgewürzt aus, wie viele Rotweine, die sonst in den kleinen neuen Holzfässern lagern.

Jetzt zieht der Spätburgunder sein Florett. In der Nase zeigt er sich noch handzahm mit weichen, balsamischen Noten. Aber wenn sich Kirschen, Gewürznelken, harzige Aromen, edle Hölzer sowie geschliffene Tannine auf der Zunge breitmachen, gibt’s ein furioses Finale. So was ist zur Gans wie gemacht: Jeder Schluck ein Treffer!

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