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Interview mit Kaffeeverbands-Chef Holger Preibisch: Warum die Kaffeemaschine ein Statussymbol ist

Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbands über Espresso, Cappuccino und Co. als neues Lifestyle-Produkt, die Kaffeemaschine als Statussymbol und fairen Kaffeeeinkauf.

Die Kaffeemaschine gilt vielen Deutschen inzwischen als Statussymbol. Kaffee ist wie Wein zu einem Genussmittel geworden, über das Kenner stundenlang fachsimpeln können.

Die Kaffeemaschine gilt vielen Deutschen inzwischen als Statussymbol. Kaffee ist wie Wein zu einem Genussmittel geworden, über das Kenner stundenlang fachsimpeln können.

Herr Preibisch. Neuerdings sprechen wir beim Kaffee von Grand Crus, von vollmundig, blumig und fruchtig. Ist Kaffee der neue Wein?

Die Deutschen entdecken die Vielfalt ihres Lieblingsgetränks. Viele Jahre haben sie ausschließlich nach der billigsten Packung gegriffen. Heute interessieren Sie sich dafür, woher die Bohnen kommen, wie sie schmecken, welche Unterschiede es gibt. Ähnlich wie beim Wein führen beim Kaffee unterschiedliche Anbaugebiete und die jeweilige Klimazone zu ganz verschiedenen Geschmacksausprägungen. Jeder Erntejahrgang hat seine eigene Note. Während sich Wein aus circa 400 verschiedenen Aromen zusammensetzt, sind es beim Kaffee mehr als 800. Kaffee ist eines der aromatischsten Naturprodukte überhaupt. Bis heute ist es Chemikern nicht gelungen, künstliche Kaffeearomen zu erzeugen.

Aus der braunen Plörre, die lieblos auf Warmhalteplatten verschmort, ist ein Gourmet-Produkt geworden, über das man fachsimpelt?

Ja, und wir sind erst am Anfang. Als nächstes werden wir einen Rückgang der Milchkaffeegetränke erleben, der Cappucini und Latte macchiatos. In Restaurants und Cafés werden stattdessen verschiedene Kaffeesorten mit individuellen Geschmacksausprägungen auf der Speisekarte stehen. Die Bandbreite reicht von dunkler Schokolade über gebrannte Erdnüsse bis hin zu fruchtigen Beeren. Beim Wein gibt es ja auch nicht nur den Weiß- oder Rotwein, sondern Bordeaux, Merlot oder Chianti mit exakter Jahrgangsangabe. Auch genaue Plantagenangaben mit den Namen der Kaffeebauern und ihrer Felder, so wie bei den Winzern, wird es geben.

Gibt es einen typisch deutschen Kaffeegeschmack?

Es gibt in Europa ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Die Spanier und Italiener trinken gerne dunkleren Kaffee, die Schweden oder Finnen lieben helle Röstungen. Wir liegen irgendwo dazwischen. Heller geröstete Kaffeesorten haben einen eher säuerlichen Geschmack, das ist nicht jedermanns Sache. Dunkel geröstete Bohnen sind dagegen oftmals etwas "brennerig", das heißt, sie liegen intensiver, härter auf der Zunge.

Wo kann ich guten Kaffee kaufen?

Überall. Das ist wirklich erstaunlich. Schon heute, wenn Sie in einem typischen Supermarkt sind, ist das Kaffeeregal mindestens vier Meter lang. Sie haben eine gigantische Auswahl. Darüber hinaus finden Sie natürlich jede Menge Spezialitäten im Internet. Es gibt viele kleine Hand-Röstereien, die Ihnen individuelle Mischungen zusammenstellen und persönlich beraten.

Ist handgerösteter Kaffee besser?

Man muss sich das Kaffeerösten vorstellen wie das Zubereiten eines guten Steaks. Braten sie es zu lange, wird es zäh. Brutzeln sie es kurz und heiß, ist es außen schwarz und innen roh. Es ist aber ein Mythos, dass die Industrie ihren Kaffee in einer Art Schockröstung verbrennt, während die Bohnen beim Spezialröster ewig langsam bräunen. Beides wäre für den Kaffee nicht gut. Die Kunst ist die optimale Rösttemperatur und -dauer für den jeweiligen Rohkaffee zu finden. Eine brasilianische Bohne muss man beispielsweise etwas kürzer rösten als einen kenianische.

Woher kommt die neue Faszination am Kaffee?

In kaum einer Branche hat es so viele Innovationen gegeben. Heute gibt es Kapsel- und Pad-Maschinen, Siebdruckgeräte, Kaffeevollautomaten. Damit kann sich jeder zu Hause einen qualitativ sehr guten Kaffee zubereiten. Wir erleben das schleichende Ende der Filterkaffeemaschine.

Das hässliche Plastikding verschwindet, und stattdessen stehen Hightechgeräte in unseren durchdesignten Küchen.

Die Kaffeemaschine ist zum Statussymbol geworden. Es ist eine Möglichkeit, sich von Freunden und Nachbarn abzuheben; mit seinem Fachwissen andere zu beeindrucken. Sie ist das einzige Küchengerät, das man in seinem Bekanntenkreis stolz präsentiert. Den neuen Wasserkocher oder Toaster wollen sie wohl kaum vorführen. Kein anderes Küchenutensil wird in dieses Jahr so oft unterm Weihnachtsbaum überreicht werden wie die Kaffeemaschine.

Kaffee wird in den ärmsten Ländern der Welt angebaut. Kann man Kaffee überhaupt mit gutem Gewissen trinken?

Heute gehört nachhaltiger Kaffee in jedem Supermarkt zum Sortiment. Es gibt verschiedene Siegel, die dafür stehen, dass die Kaffeebauern für ihre Arbeit fair bezahlt werden und die Natur auch noch in 20 Jahren existiert. Zu den weit verbreiteten Siegeln gehören Fairtrade, Rainforest, Biokaffee und UTZ.

Aber fair gehandelter Kaffee hat in Deutschland gerade mal einen Marktanteil von vier Prozent. Geld haben die Leute wohl nur für den schönen Schein übrig.

Der Markt ist gespalten. Für viele ist es am Ende ist immer noch eine Frage des Geldes. Der Konsument müsste bereit sein, für Nachhaltigkeit mehr zu bezahlen. Die Massenkundschaft in Deutschland schaut bei Lebensmitteln leider immer noch zuerst auf den Preis.

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Mehr über die teure Kaffeekapsel-Verführung lesen Sie im aktuellen stern. Jetzt am Kiosk.

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Interview: Silke Gronwald / print
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(