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Getränk - und Medizin: Was ist eigentlich Tonic Water?

Wir trinken es pur, auf Eis oder mixen es mit Gin oder Wodka: Tonic Water. Aber hat sich eigentlich schon jemand die Frage gestellt, was Tonic Water überhaupt ist? Wir haben die Antwort für Sie.

Von Denise Wachter

Ein Krug mit Tonic Water und frischer Zitrone und Limette

Tonic Water - perfekt als Mixgetränk. Aber was ist Tonic Water eigentlich?

Getty Images

Lange Zeit gab es unter den Tonic Water so gut wie nur eine Marke - die eines großen Getränkeherstellers. Heute gibt es unzählige kleine Unternehmen, die sich dem Tonic Water verschrieben haben. Kein Wunder, denn Cocktails wie Gin Tonic sind so hip wie noch nie. Das liegt unter anderem daran, dass es immer mehr Gin-Destillerien gibt, die ihre eigene Interpretation von Gin verkaufen - auch hier in Deutschland. Aber ein guter Gin Tonic hängt nicht nur von einem guten Gin ab, nein, auch Tonic Water kann so unterschiedlich schmecken wie der hochprozentige Wacholderschnaps. Aber wobei handelt es sich bei Tonic Water überhaupt? Ist es ein Aromazusatz? Gibt es ein Tonic-Gewürz oder hat die Industrie ihre  Finger im Spiel?

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Eine Flasche Tonic Water der Firma Monaco

Das Tonic Wasser von "Tonic Monaco" schmeckt angenehm neutral. Prickelnd, mild und fruchtig, mit leichter Perlage. Die Chininnote ist bei diesem Tonic Water sehr dezent. Perfekt zu Gin oder Wodka oder pur auf Eis. 

Mitnichten. Tonic Water ist ein chininhaltiges Erfrischungsgetränk. So viel haben zumindest schon die meisten gehört. Bei Chinin handelt es sich um eine natürlich vorkommende chemische Verbindung der Chinolin-Alkaloide. Das weiße, sehr schwer wasserlösliche kristialline Pulver gibt dem Tonic Water seinen bitteren Geschmack. Chinin wird auch als Bitter- und Arzneistoff eingesetzt. Dieses findet man in der Rinde des Chinarindenbaums.

Nicht nur Getränk, sondern auch Medizin

Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Hochwald der Anden, die Ureinwohner wussten bereits von den fiebersenkenden Eigenschaften der Chinarinde. Nicht zuletzt wird Tonic Water auch als Malaria-Prophylaxe empfohlen, zumindest früher, als der Chiningehalt des Getränks noch höher war. Der bittere Geschmack des Tonic Water passt hervorragend zum meist floralen Aroma von Gin und ist seit Jahrzehnten als Longdrink in guten Bars erhältlich.

Bis heute ist nicht genau geklärt, wer Chinin als Erster extrahiert hat, vermutlich geht das Rezept auf zwei französische Apotheker zurück, die im Jahr 1820 fast reines Chinin gewinnen konnten.

1858 ließ sich der deutsche Unternehmer Johann Jacob Schweppe in London Tonic Water patentieren. Er war seit 1831 Hoflieferant des britischen Königshauses und verkaufte sein mit Chinin und Limette versetztes Mineralwasser auch bald im großen Stil.

So viel Chinin darf ins Tonic Water

Früher war der Chinin-Gehalt viel höher als heute - damals als das Getränk Malaria vorbeugen sollte. Heute gibt es eine Richtgrenze. So dürfen in Spirituosen maximal 300 mg Chinin pro Liter enthalten sein, während bei Tonic Water die Grenze bei 85 mg/l liegt. Der Konsum von chininhaltigen Getränken ist grundsätzlich unbedenklich, trotzdem sollten schwangere Frauen beispielsweise auf Tonic Water verzichten, denn es soll wehenfördernd sein.

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