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Prozess um Steuerhinterziehung Star-Koch Alfons Schuhbeck muss ins Gefängnis – "erhebliche kriminelle Energie"

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STORY: Der Gastronom Alfons Schuhbeck ist zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Die Wirtschaftskammer des Münchner Landgerichts sah den Vorwurf der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe als erwiesen an. Anne Leiding, Sprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft, kommentierte die noch höhere Strafforderung der Anklage am Donnerstag so: "Beim Angeklagten Schuhbeck hat die Staatsanwaltschaft eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren, sechs Monaten beantragt, weil wir davon ausgegangen sind, dass es doch eine erhebliche kriminelle Energie ist. Es sind viele Taten über einen langen Zeitraum hinweg. Es ist auch ein bisschen eine Abweichung zu dem, was wir einen normalen Gastro-Fall nennen würden. In diesem Fall ist ja ein extra Tool sozusagen, ja, programmiert worden, um diese Entnahmen zu verschleiern. Da gehen wir schon von einer erheblichen kriminellen Energie aus." Gerichtssprecher Florian Gliwitzky erläuterte die Gründe mit Blick auf die Strafbemessung für den 73-jährigen Fernsehkoch. "Zugunsten des Angeklagten hat das Gericht das hohe Alter gewertet. Erfahrungsgemäß sind ältere Menschen haftempfindlicher. Die Bedingungen im Gefängnis sind natürlich belastend. Belastend war nach den Feststellungen des Gerichts auch natürlich die öffentliche Aufmerksamkeit und natürlich auch das gesamte Ergebnis dieser Straftat, dass jetzt natürlich auch, wie sich der Angeklagte ausgedrückt hat, er wirtschaftlich am Ende ist." Und auch Schuhbecks Verteidiger Markus Gotzens äußerte sich zum Ausgang des seit Anfang Oktober laufenden Prozesses. "Wie Sie heute gesehen haben, hat unser Mandant, Herr Alfons Schuhbeck, für die zum Teil lange zurückliegenden Taten die Verantwortung übernommen. Er bedauert das Geschehene natürlich sehr. Wir werden jetzt mit unserem Mandanten in Ruhe über das Urteil beraten und dann entscheiden, wie es weitergeht." Schuhbeck hat laut Gericht mehrere Jahre ab 2009 mithilfe eines Computerprogrammes Einnahmen am Finanzamt vorbeigeschleust, mit einem Schaden von rund 2,3 Millionen Euro für den Fiskus. Ein mitangeklagter Mitarbeiter, der den Unternehmer im Prozess belastet hatte, erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung.
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Das Münchner Landgericht hat den Gastronomen Alfons Schuhbeck wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu einer mehr als dreijährigen Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt. Die Verteidigung berät nun weitere Schritte.

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