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Google Doodle zum Oktoberfest München feiert 200. Wiesn-Geburtstag

Das Münchner Oktoberfest feiert sein 200. Jubiläum mit königlichem Brautpaar und Pferderennen - ganz wie zu den Anfängen. Google ehrt das größte Volksfest der Welt mit einem Doodle auf der Startseite.

Das historische Oktoberfest beginnt wie die erste Wiesn vor 200 Jahren: Menschen in Trachten, Honoratioren in historischen Gewändern, sogar ein königliches Brautpaar ziehen am Freitag auf dem kleinen Festgelände neben der großen Wiesn ein.

Als der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) eine weißblaue Fahne schwenkt, galoppieren fünf Haflinger mit ihren Reitern in bunten Jacken los. Zweimal müssen sie um die enge Bahn, bevor Tanja Hanisch im blauen Blouson als Siegerin feststeht und einen Ehrenkrug und ein Buch erhält. Erst dann eröffnet Ude das Fest und Schaulustige und Ehrengäste verstreuen sich auf dem Gelände.

Der kurze Galopp erinnert an das erste Oktoberfest vor 200 Jahren. Die Wiesn hat sich aus einem Pferderennen zur Hochzeit des damaligen Kronprinzen Ludwig entwickelt. "Das war der Auftakt zur unglaublichen Erfolgsgeschichte des größten Volksfestes der Welt", erzählt Ude und dankt dem Wehrdienst leistenden Kutscher Franz Baumgartner, der 1810 die Idee zum Pferderennen gehabt haben soll.

Anders als heute war damals allerdings das königliche Paar echt. Diesmal wird es von zwei Normalbürgern dargestellt, auch wenn die beiden am 12. Oktober - exakt 200 Jahre nach der Kronprinzenhochzeit - von Ude getraut werden sollen, wie das damalige Paar aus Bayern und Sachsen stammen und nach der Originalvorlage geschneiderte Kleidung tragen.

Auch mit dem Besucherandrang von damals kann die historische Wiesneröffnung nicht ganz mithalten, wie Ude vorrechnet. 1810 seien 40.000 Menschen gekommen, also genauso viele wie München damals Einwohner zählte. Dann müssen diesmal schließlich weit über eine Million Menschen kommen, scherzt der Oberbürgermeister, der sich in Gehrock und grauem Zylinderhut herausgeputzt hat.

Ude und der Stadtrat heben sich in ihren historischen, aber bürgerlich städtischen Kostümen deutlich von den Trachtlern und Gebirgsschützen ab, mit denen sie auf das Festgelände gekommen sind. Sie tragen Lederhosen, Wadenstrümpfe und Trachtenjacken. Schon eher die Kleidung, die man mit dem Oktoberfest verbindet.

Die historische Wiesn findet auf einem abgezäunten Areal am Südende der Theresienwiese statt und kostet - anders als das große Oktoberfest - vier Euro Eintritt. Dafür bietet es den Besuchern neben dem Pferderennen, das zweimal täglich wiederholt werden soll, unter anderem ein Museumszelt, historische Traktoren, alte Fahrgeschäfte und ein Tierzelt. Im Bierzelt gibt es nicht nur unverfälschte Volksmusik und Volkstänze aus allen Landesteilen, wie Ude wirbt, sondern auch ein speziell gebrautes historisches Wiesnbier nach alten Rezepten, das aus Holzfässern gezapft wird. Wie 1810.

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