Krieg in der Ukraine "Die meisten Russen in der Stadt halten den Krieg für richtig" – zu Besuch in der estnischen Grenzstadt Narwa

Ein russisches Panzerdenkmal in Narwa
Ein russisches Panzer-Denkmal entfacht Streit in der estnischen Stadt Narwa. Es soll aufgrund des Angriffskriegs in der Ukraine abgebaut werden. Doch die Menschen in Narwa wollen den T-34 nicht aufgeben
© Andrzej Rybak
Narwa ist die drittgrößte Stadt Estlands. 90 Prozent der Einwohner hier haben russische Wurzeln. Viele trauen Putin mehr als der estnischen Regierung – die gerade beschlossen hat, alle sowjetischen Kriegsdenkmäler entfernen zu lassen. Besuch in einer aufgewühlten Stadt.

Es ist ein schöner Sommertag in August, doch die Stimmung vor dem alten sowjetischen Kriegsdenkmal am estnischen Ufer des Narwa Flusses ist geladen. Rund hundert Menschen haben sich um den T-34 Panzer versammelt, manche legen mitgebrachte Blumen nieder, andere posieren für Fotos. "Für uns Russen in Estland ist das ein Ort des Gedenkens an unsere Väter und Verwandte, die hier in Narwa und an anderen Schlachtplätzen des Zweiten Weltkrieges gefallen sind", sagt die fast 90-jährige Irina, die mit ihrem Schwiegersohn aus der Stadt gekommen ist. "Warum muss die Regierung ausgerechnet jetzt das Denkmal entfernen? Sie wollen nur Unruhe stiften und Hass zwischen Russen und Esten sähen."


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