Nach dem 1:2 im hitzigen Achtelfinal-Hinspiel der Europa League haben sich die Spieler des VfB Stuttgart über die Provokationen des FC Porto aufgeregt. "Sie haben bei jedem Ball versucht, Zeitspiel zu machen. Ich glaube, der Linksverteidiger lag 37 Mal auf dem Boden wegen der gleichen Aktion", schimpfte WM-Kandidat Deniz Undav beim TV-Sender RTL. "Dass der Schiri kaum durchgegriffen hat oder erst ab der 70., 80. Minute ist auch ein Witz, vor allem weil wir ihm das 100 Mal gesagt haben", polterte der einzige VfB-Torschütze im ersten Duell mit dem portugiesischen Tabellenführer.
Porto hatte in der ersten Hälfte binnen sechs Minuten zwei Fehler in der Defensive der Stuttgarter mit zwei Toren bestraft und anschließend vor den VfB-Fans gejubelt. Zudem unterbanden die Gäste immer wieder den Spielfluss.
Auch Stiller kritisiert: "Weiß nicht, ob sie es nötig haben"
"Ich habe selten so was erlebt. Ich weiß nicht, ob sie es nötig haben", kritisierte Mittelfeldstratege Angelo Stiller den Auftritt der Gäste. Der Taktgeber gab sich aber - ebenso wie Undav - auch selbstkritisch: "Wir haben zwei Fehler gemacht, das wissen wir. Am Donnerstag wollen wir keine machen."
Am kommenden Donnerstag muss der Tabellenvierte der Fußball-Bundesliga in Porto gewinnen, soll es mit dem Einzug ins Viertelfinale klappen. Trotz des verlorenen Heimspiels gibt sich der VfB kämpferisch.
Mittelstädt: "Mit Wut im Bauch" ins Rückspiel
Im Rückspiel müsse der VfB "genauso eklig sein, genauso provozieren" und sich "nicht alles gefallen lassen", forderte Undav. "Dann kannst du gegen die gewinnen. Fußballerisch sind sie nicht besser als wir."
Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt kündigte an, dass das Team nach den Emotionen vom Donnerstagabend "mit Wut im Bauch" nach Porto reisen werde.
Zunächst aber muss die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß die Enttäuschung in der Europa League für die Fußball-Bundesliga abschütteln. Am Sonntag (19.30 Uhr/DAZN) geht es gegen RB Leipzig um wichtige Punkte für die angestrebte Champions-League-Qualifikation.