Fußball-Bundesliga
Ohne Groll: So reagiert Undav auf die Nagelsmann-Kritik

Glücklos gegen Dortmund: Deniz Undav. Foto: Harry Langer/dpa
Glücklos gegen Dortmund: Deniz Undav. Foto
© Harry Langer/dpa
Die Ex-Nationalspieler Effenberg und Babbel springen VfB-Torjäger Undav zur Seite. Der Stürmer betont, sein Verhältnis zum Bundestrainer sei gut. In der Liga kassiert Stuttgart einen Dämpfer.

Deniz Undav hat trotz des Dämpfers in der Fußball-Bundesliga mit dem VfB Stuttgart den ersten Auftritt nach der öffentlichen Kritik von Bundestrainer Julian Nagelsmann genutzt, um die Wogen zu glätten. "Wir haben alles geklärt. Zwischen dem Bundestrainer und mir ist alles gut", sagte der Stürmer, nachdem er von Nagelsmann ungewöhnlich deutlich angegangen worden war. Dabei hatte Undav als Joker im Testspiel gegen Ghana noch das späte Siegtor erzielt. 

Während der 29-Jährige von den früheren Nationalspielern Stefan Effenberg und Markus Babbel Rückendeckung erhielt, wurde Nagelsmann für seine Wortwahl kritisiert. "So kannst du über einen Topstürmer nicht reden", sagte Effenberg in der Talkshow "Doppelpass" des TV-Senders Sport1. Babbel bezeichnete den Umgang als "absolutes Novum".

"Ich weiß das einzuordnen"

Undav schlug dagegen versöhnliche Töne an. "Ich glaube, dass man da jetzt ruhig bleiben kann", sagte er. "Ich bin entspannt, ich weiß das einzuordnen." Er werde alles geben, um dabei sein zu dürfen. "Wir sind eine Einheit, wir sind ein Land und ob ich eine Minute spiele oder 90 Minuten, ich werde immer alles geben und versuchen, der Mannschaft zu helfen."

Das gilt auch für seine Ziele im Verein. "Der Fokus liegt gerade nicht auf der Nationalmannschaft, sondern darauf, dass wir uns für die Champions League qualifizieren mit dem VfB", sagte er.

Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Plätze

Das 0:2 gegen Borussia Dortmund am Samstagabend war allerdings ein Rückschlag. Undav und seine Mitspieler ackerten, blieben jedoch glücklos. Dortmund schlug zweimal spät zu. "Wie brutal Fußball sein kann, haben wir heute erlebt", fasste Stuttgarts Sportvorstand Fabian Wohlgemuth das Ergebnis zusammen. "Wir haben ein Lehrstück an Effizienz sehen müssen."

Es war ein bekanntes Problem, das sich bei den Schwaben gerade in wichtigen Spielen durch diese Saison zieht und auch gegen den BVB den entscheidenden Unterschied ausmachte. So verpassten die Stuttgarter nicht nur einen möglichen und greifbaren Selbstvertrauensschub für den Saison-Endspurt, in dem auch der erneute Einzug ins DFB-Pokal-Finale auf dem Spiel steht. 

Besonders mit Blick auf die Bundesliga-Tabelle dürfte die erste Niederlage gegen Dortmund seit Oktober 2022 ärgern. Im Gerangel um die Champions-League-Plätze hätte der VfB den Vorsprung auf Hoffenheim (5.) mit einem Sieg auf beruhigende sechs Punkte ausbauen können. 

Am Sonntag gegen den HSV

Stattdessen fiel die Truppe von Trainer Sebastian Hoeneß von Platz drei auf vier zurück. Gegen den Hamburger SV am kommenden Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) sollte die Elf ihre Heimstärke wieder in drei Zähler ummünzen. Dann möchte Undav, dessen Serie nach sechs Bundesliga-Spielen mit mindestens einem Tor riss, einen neuen Lauf starten - auch mit Blick auf seine WM-Ambitionen und die angestrebte Qualifikation des VfB für die Königsklasse.

dpa