Einen Tag nach dem tödlichen Lkw-Unfall in der Schwarzwald-Gemeinde Schramberg wird das ganze Ausmaß des Unglücks deutlich. Die Zwillingsschwester des getöteten Dreijährigen überlebte im Kinderwagen, wie ein Polizeisprecher sagte. Das Mädchen blieb unverletzt, während seine Mutter und sein Bruder auf dem Gehweg von dem außer Kontrolle geratenen Lastwagen erfasst und tödlich verletzt wurden.
Der 53-jährige Lkw-Fahrer hatte nach ersten Erkenntnissen am Steuer das Bewusstsein verloren, sein Wagen geriet außer Kontrolle. Der Transporter rammte am Mittwochmorgen mehrere geparkte Fahrzeuge, schoss über einen Gehweg, erfasste die Mutter mit ihrem Kinderwagen, prallte gegen eine Hauswand und kam schließlich zum Stehen. Für die 29 Jahre alte Mutter und ihren kleinen Sohn kam jede Hilfe zu spät. Beide starben noch an der Unfallstelle. Der Fahrer wurde leicht verletzt.
Glück im Unglück für einen Autofahrer
Bekannt wurde nun auch, dass ein weiterer Beteiligter verletzt wurde. Er scheint nach Angaben der Polizei großes Glück gehabt zu haben: Der 42-Jährige saß in seinem geparkten Auto, als der Transporter gegen seinen Wagen und zwei andere Fahrzeuge prallte.
"Der Wagen wurde durch die Kollision umgeworfen und kam auf der rechten Fahrzeugseite zum Liegen", teilte die Polizei mit. Der leicht verletzte Mann konnte sich aber selbst aus seinem Auto befreien.
Unfall löst große Bestürzung aus
Der Unfall löste große Bestürzung. Die Stadt organisierte Unterstützung für Angehörige und das Umfeld der Familie. Ein Saal stehe der Familie so lange zur Verfügung, wie sie ihn brauche, sagte Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr (parteilos). Dort könnten sich Verwandte und Freunde treffen und trauern. "Wir haben das Gefühl, das ist gerade das Beste, was wir für die Familie tun können", sagte Eisenlohr.
Besonders betroffen ist auch das Umfeld des getöteten Jungen. Für die Eltern der Kindertagesstätte, die der Dreijährige besuchte, soll es ein Unterstützungsangebot mit Psychologin, Trauerbegleitung und Notfallseelsorge geben. Die Stadt wolle sich bemühen, alle Hilfen so zu gestalten, dass sie dem tatsächlichen Bedarf der Betroffenen gerecht würden, sagte Eisenlohr.
Freundin organisiert Spendenaufruf
Auch die Anteilnahme aus der Bevölkerung ist groß. Tausende Menschen spendeten bereits Geld für die Hinterbliebenen. Am Tag nach dem Unfall kamen auf der Plattform Gofundme.com rund 80.000 Euro zusammen. Den Spendenaufruf hatte eine Freundin der getöteten 29-Jährigen gestartet, das Ziel liegt bei 120.000 Euro.
Was geschehen sei, sei unfassbar, sagte Miriam Gulizia. Ihre Freundin sei mit den beiden Kindern auf dem Weg zum Kindergarten gewesen. "Die Kleine hat nur einen Kratzer bekommen", sagte Gulizia in einem RTL-Interview. Die Dreijährige sei mit einem weiteren älteren Sohn der Gestorbenen bei ihrem Papa. "Sie sind nicht allein."
Die Spendenaktion habe sie gleich am Mittwoch ins Leben gerufen in Absprache mit dem Elternbeirat des Kindergartens. Von dort kannten sich die beiden Frauen.