Konjunktur
Mehr Zuversicht bei Exporten – Unsicherheit bleibt hoch

Die weltweiten Handelskonflikte bereiten den Unternehmen in Baden-Württemberg weiter Sorgen. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Die weltweiten Handelskonflikte bereiten den Unternehmen in Baden-Württemberg weiter Sorgen. Foto
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Asien macht Mut, die USA bleiben Wackelkandidat: Wie Baden-Württembergs Betriebe zwischen Optimismus und Unsicherheit schwanken.

Die baden-württembergischen Unternehmen schöpfen beim Export etwas Hoffnung. "Die Exporterwartungen hellen sich zum Jahresbeginn erstmals seit zwei Jahren wieder leicht auf", sagte der Vizepräsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK), Claus Paal in Stuttgart. Das sei ein wichtiges Signal, allerdings nur eine Momentaufnahme, wie sie zu Jahresbeginn häufiger zu beobachten sei.

Laut der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage rechnen 28 Prozent der Industrieunternehmen in den kommenden zwölf Monaten mit steigenden Ausfuhren – zwei Prozentpunkte mehr als im Sommer 2025. Knapp 20 Prozent erwarten einen Rückgang (Sommer: 28 Prozent). Paal sagte: "Ob daraus mehr wird, zeigt sich aber erst im Laufe des Jahres. Unsere Unternehmen arbeiten sich Schritt für Schritt aus der Schwächephase." Für echte Dynamik fehlten weiterhin die entscheidenden Impulse.

Weiterhin gewisse Unsicherheit

Es bleibt der Erhebung zufolge gleichfalls die Unsicherheit der Betriebe hoch: 54 Prozent der Industriebetriebe nennen geopolitische Risiken weiterhin als zentrales Geschäftsrisiko. Die weltweiten Handelskonflikte machen den Unternehmen weiterhin Sorgen. Beispiel USA: Hier halten sich Optimisten und Pessimisten nahezu die Waage: 30 Prozent erwarten steigende Ausfuhren, ein Drittel Rückgänge, wie der Verband weiter mitteilte. Im Sommer 2025 gingen 53 Prozent von sinkenden Ausfuhren aus. "Gerade in den USA zeigt sich, wie sensibel die Exportwirtschaft auf politische Rahmenbedingungen reagiert", wurde Paal zitiert.

Am positivsten fällt der Blick der Umfrage zufolge nach Asien aus. 29 Prozent der international tätigen Unternehmen rechnen hier mit wachsenden Ausfuhren, drei Prozentpunkte mehr als noch im Sommer. 19 Prozent gehen von einem Rückgang aus (minus zwei Prozentpunkte).

dpa