Der Frühling ist da - und damit steigt die Gefahr, dass Füchse und auch Hunde oder Katzen an der von Milben verursachten Fuchsräude erkranken. Derzeit sei Hochsaison, heißt es etwa aus dem Ortenaukreis. Wie gravierend ist das Problem?
Wie viele Fälle von Fuchsräude gibt es bisher landesweit?
Das ist nicht zu sagen. "Belastbare Zahlen gibt es keine, da die Fuchsräude nicht meldepflichtig ist", erläutern Maximilian Lang, Wildtierbeauftragter des Ortenaukreises, und das Landwirtschaftsministerium. Eindeutig räudige Füchse würden von Jägern erkannt und nicht zur Untersuchung an die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) gesandt. Untersucht würden nur die unklaren Fälle.
Was ist eigentlich Fuchsräude?
Fuchsräude ist eine Hautkrankheit, die durch eine Unterart der Grabmilben verursacht wird. Sie befallen vor allem Füchse, mitunter sind auch Steinmarder oder Waschbären betroffen. Aber auch Hunde oder Katzen können daran erkranken.
Die Milben vermehren sich in der Haut der befallenen Tiere, es kommt zu Hautreizungen und Entzündungen. Die Tiere leiden stark unter Juckreiz, verletzen sich durch extremes Kratzen, ihr Fell fällt aus, die Tiere werden apathisch und wirken sehr krank.
Wo im Land ist die Krankheit stark verbreitet?
Innerhalb des Ortenaukreises seien die Schwarzwaldtäler wie beispielsweise das Kinzigtal und Renchtal derzeit Schwerpunktgebiete, sagt der Sprecher des dortigen Landratsamtes. Aktuell würden von Jägern kranke beziehungsweise tot aufgefundene Füchse gemeldet. "In der Rheinebene scheinen die Fallzahlen derzeit noch geringer zu sein."
"Die Fuchsräude kommt grundsätzlich im gesamten Landkreis Konstanz vor", heißt es aus dem dortigen Landratsamt. Die Behörde bekomme immer wieder Meldungen zu auffälligen oder verendeten Füchse, insbesondere in der Nähe von Siedlungen.
Man könne nur sagen, dass kranke Füchse an der Siedlungsrandlage schlichtweg sichtbarer sind und mehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen als die im Wald und mitten im Feld, sagte die Karlsruher Landratsamts-Sprecherin. In Rheinstetten etwa gebe es bisher Hinweise von Jägern auf fünf erkrankte Tiere; ein weiterer Hinweis komme aus Philippsburg. Im vergangenen Jahr seien 17 tote Füchse vom CVUA untersucht worden. Zwei entpuppten sich als fuchsräudekrank.
"Erfahrungen aus früheren Jahren zeigen, dass die Räude in Baden-Württemberg immer wieder auftritt", sagte eine Sprecherin des Landesjagdverbandes. Dabei entstünden lokale Schwerpunkte, die sich verlagerten. "Ob und wie stark sich die Erkrankung verbreitet, hängt stark von der Populationsdichte der Füchse ab."
Wird das Problem Fuchsräude von Jahr zu Jahr schlimmer?
"Die Fuchsräude tritt immer mal wieder auf und ist ein natürlicher Prozess", heißt es aus dem Landkreis Karlsruhe. Eine weitere Ausbreitung im Landkreis sei derzeit möglich, weil sich Füchse wegen der gerade erst beendeten Paarungszeit besonders nahekamen, was Ansteckung begünstigt. Kranke Füchse würden dann von Jägern entweder erlegt oder sterben an der Krankheit.
Im Kreis Konstanz ist es laut einer Behördensprecherin in der Vergangenheit zwar zeitweise zu lokalen Bestandsrückgängen gekommen - es gebe aber keine außergewöhnliche Häufung im Vergleich zu den Vorjahren. Die meisten Meldungen zu kranken oder toten Rotfüchsen gehen dem Landwirtschaftsministerium zufolge zwischen Mai und Oktober bei den CVUAs ein.
Genaue Daten dazu, ob die Zahl der Füchse insgesamt zu- oder abnimmt, gibt es laut Ministerium nicht. Jährlich würden - von einem Einbruch im Jagdjahr 2022/23 abgesehen - zwischen 48.000 und 53.000 Füchse erlegt.
Kann die Fuchsräude meinem Hund gefährlich werden?
Ja, Hunde oder auch Katzen können erkranken. Die Übertragung der Milben erfolge in der Regel aber nur direkt von Tier zu Tier, erläutert das Landratsamt Ludwigsburg. Eine Übertragung der Fuchsräude sei nur durch einen direkten und intensiven Kontakt mit den befallenen Körperstellen des Fuchses möglich. Experten empfehlen, Hunde möglichst von Fuchsbauten fernzuhalten und vor allem in betroffenen Gebieten anzuleinen.