Unfall an Kreisverkehr Kind stirbt bei Unfall mit Bus - Ermittlungen abgeschlossen

Der Unfall ereignete sich an einem Kreisverkehr. (Symbolbild) Foto: picture alliance / dpa
Der Unfall ereignete sich an einem Kreisverkehr. (Symbolbild) Foto
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Die Polizei hat ihre Arbeit erledigt. Was bei Zeugenbefragungen und Spurenauswertung herausgekommen ist. Und wie es nun weitergeht - juristisch und an der Unfallstelle.

Nach einem tödlichen Unfall im badischen Ottersweier, bei dem im November eine Grundschülerin ums Leben kam, hat die Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden müsse entscheiden, ob sie den Busfahrer anklage, teilte ein Polizeisprecher mit. 

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte, die Akte sei noch nicht eingegangen. Der Tatvorwurf laute fahrlässige Tötung. Dies kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden.

Der Bus hatte das Kind am 21. November überrollt. Das sieben Jahre alte Mädchen erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen.

Mehrere Zeugen melden sich

Nach Vernehmungen und der Auswertung des Fahrtenschreibers hatte die Polizei mitgeteilt, der Busfahrer solle sein Fahrzeug kurz vor einem Fußgängerüberweg angehalten haben. Dann sei er langsam los- und in den direkt angrenzenden Kreisverkehr eingefahren. 

Er soll die Schülerin übersehen haben, die mit einem Tretroller auf dem Gehweg fuhr und die Straße auf dem Fußgängerüberweg überqueren wollte. "Nach dem Zusammenstoß mit der rechten Fahrzeugfront dürfte das Mädchen von einem Rad überrollt worden sein", teilte die Polizei damals mit. 

Daran hat sich nach Auskunft des Polizeisprechers im Laufe der Ermittlungen nichts mehr geändert: Nach einem erneuten Zeugenaufruf hätten sich mehrere Menschen gemeldet. Diese hätten die Spurenlage und die ersten Aussagen vor Ort bestätigt. "Neue Erkenntnisse wurden nicht erlangt."

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Der mutmaßliche Unfallverursacher hatte seinerzeit einen Schock erlitten und war in eine Klinik gekommen. "Nach Erkenntnissen der Polizei befindet sich der 58-jährige Fahrer nicht mehr im Krankenhaus", teilte der Sprecher mit.

Fast 70.000 Euro an Spenden

Die Unfallstelle liegt mitten in der Gemeinde im Landkreis Rastatt mit rund 6.500 Einwohnerinnen und Einwohnern. Ob sich baulich dort etwas ändert, steht noch nicht abschließend fest. Bei tödlichen Verkehrsunfällen begutachte eine Verkehrskommission die Situation vor Ort, sagte Bürgermeister Jürgen Pfetzer (CDU). Der Termin habe bisher nicht stattgefunden. 

Die für Ottersweier zuständige Straßenverkehrsbehörde der Stadt Bühl hat die Unfallstelle schon geprüft. Nach Auskunft eines Sprechers stellte sie keine groben und offensichtlichen verkehrsrechtlichen oder baulichen Mängel fest.

Um die Familie des Mädchens zu unterstützen, starteten Bekannte im Internet eine Spendensammlung. 68.691 Euro kamen laut der Seite "GoFundMe" zusammen, bis der Aufruf beendet wurde. 

Bürgermeister Pfetzer berichtete, er stehe in unregelmäßigen Abständen mit der Mutter des Kindes in Kontakt. "So haben wir auch die Grabplatzsuche und den Ablauf der Beisetzungsfeier gemeinsam abgeklärt", teilte er mit. Weitere Unterstützung sei derzeit nicht angefragt.

dpa