Hinweise auf Gewalttat
Bagger-Einsatz auf der Suche nach mutmaßlich getötetem Mann

Der Verdächtige wurde nach der Vernehmung wieder entlassen. Foto: Michaela Johannsen/dpa
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Mit Bagger und Spürhunden sucht die Polizei nach einem vermissten 18-Jährigen. Ein Verdächtiger aus dem familiären Umfeld wird vernommen – seine Rolle bleibt aber zunächst unklar.

Knapp ein halbes Jahr nach dem Verschwinden eines jungen Mannes in Unterfranken geht die Polizei davon aus, dass der 18-Jährige womöglich getötet worden ist. Es gebe auch einen Verdächtigen aus dem familiären Umfeld des mutmaßlich Geschädigten, den der Vermisste nach Polizeiangaben "sehr gut gekannt" habe. Dieser Mann wurde am Morgen vorläufig festgenommen und von der Polizei vernommen. 

Was er bei den Ermittlern sagte, blieb zunächst offen. Der Verdächtige konnte nach der stundenlangen Vernehmung wieder nach Hause, wie Ermittler berichteten.

Suchmaßnahmen im Haus des Verdächtigen und auf Grundstücken 

Es gebe einen Anfangsverdacht gegen den Mann, sagte Oberstaatsanwalt Markus Küstner von der Staatsanwaltschaft Schweinfurt. Ob der Verdächtige wirklich mit dem Verschwinden des 18-Jährigen aus Dittelbrunn (Landkreis Schweinfurt) zu tun habe, müssten aber die weiteren Ermittlungen zeigen. 

Anfänglich seien auch andere Menschen verdächtig gewesen - großangelegte Durchsuchungsmaßnahmen hätten diesen Anfangsverdacht aber nicht erhärtet.

Seit dem Morgen nun durchsuchten Polizisten etwa das Haus des nunmehr verdächtigen Mannes und seine Grundstücke, Wiesen und Wälder. Dabei setzten die Beamten auf Spezialisten, Spürhunde und technisches Equipment, unter anderem einen Bagger. Ob und welche Beweise gesichert wurden, blieb offen. "Wir ermitteln ergebnisoffen, um die Wahrheit herauszufinden", sagte Küstner.

Verbrechen wahrscheinlich

Dennoch: "Die Tatsache, dass es sich um eine 18-jährige Person handelt, die in den frühen Morgenstunden Ende Oktober ohne Geld, ohne Handy, ohne irgendwelche Ausweispapiere verschwunden ist", spreche eine deutliche Sprache, sagte Küstner.

Der 18-Jährige war laut Polizei zuletzt am 30. Oktober 2025 frühmorgens von Freunden in der Schweinfurter Innenstadt gesehen worden. Seitdem fehlt von ihm jede Spur - trotz großer Suchaktionen mit Hubschrauber, Spürhunden und Booten auf dem Main, Haus-zu-Haus-Befragungen und Flugblättern. Inzwischen hätten die Ermittlungen Hinweise auf ein Verbrechen ergeben, teilte die Polizei mit. 

Seit Herbst umfangreiche Ermittlungen

"Wir haben heute ein massives Aufgebot an Einsatzkräften und schwerem technischem Gerät zusammengezogen", sagte Polizeisprecher Denis Stegner. Da die Hinweise darauf hindeuteten, dass der junge Mann Opfer einer Gewalttat geworden sei "und der Tatverdächtige aus dem familiären Umfeld stammt, setzen wir alle verfügbaren Mittel ein, um Spuren und Beweise zu sichern". 

Im vergangenen Herbst sei in dem Vermisstenfall bereits in alle Richtungen ermittelt und "jede denkbare Möglichkeit nacheinander geprüft" worden, erklärte Stegner. "Wir sind von Tür zu Tür gegangen, haben mit den Leuten gesprochen, Flugblätter verteilt und waren sogar auf dem Main mit Sonar unterwegs." Im Verlauf der Maßnahmen hätten sich aber nun konkrete Hinweise ergeben, dass der 18-Jährige "nicht mehr am Leben ist".

dpa