Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz (CSU) hat die Debatte um das Wahlrecht zum Bundestag mit 16 Jahren neu belebt. "Ich kann mir ein Wahlrecht ab 16 vorstellen, in vielen Bundesländern funktioniert das schon", sagte die 55-Jährige aus Aschaffenburg im Gespräch mit der "Main-Post".
Bei einem Absenken des Wahlalters müssten sich die Parteien "noch stärker Gedanken machen, wie sie die jungen Menschen erreichen können", sagte die CSU-Politikerin. Junge Wähler-Zielgruppen sind stärker in den Fokus gerückt, nachdem bei der Bundestagswahl 2025 junge Leute unter 25 Jahren ihre Stimmen vor allem für Parteien an den radikalen Rändern abgegeben hatten.
Bisher gilt für den Bundestag und auch für den bayerischen Landtag das Mindestalter von 18 Jahren für das passive Wahlrecht. In einigen Bundesländern, darunter Baden-Württemberg, dürfen bereits 16-Jährige die Besetzung des Landtags mitbestimmen.
Lindholz machte sich zudem dafür stark, den Zahl der Wahlkreise von bisher 299 zu reduzieren. Dann könne auch gewährleistet werden, dass für jeden Wahlkreis ein Kandidat direkt ins Parlament gewählt werden könne.